Apple iPad Pro (2018) im Test: Mal eben die Notebooks in die Tasche stecken?

iPad Pro 12.9, Smart Keyboard und Apple Pencil 2 im Alltag

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von Michael Knott
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iPad Pro 2018 Teaser

Kaum Bildschirmrand, Power bis zum Mond und zurück: Apple nähert sich mit der iPad Pro-Reihe immer mehr dem Ideal eines Tablet-Computers. Im Test hinterlässt das iPad Pro 2018 mit Face ID und Liquid Retina-Display einen dermaßen guten Eindruck, dass man sich fragen könnte: Brauche ich noch ein Notebook? Wir teilen euch in diesem Langzeit-Test auch unsere Erfahrungen mit Zubehör wie der iPad-Tastatur und dem neuen Apple Pencil 2 mit. Unser Testgerät ist ein iPad Pro 12.9 in Maximalausstattung.

Inhaltsverzeichnis

  1. Face ID, Design und Ergonomie
  2. Anschlüsse: Vor- und Nachteile von USB-C
  3. Das iPad Pro mit externen Bildschirmen verbinden
  4. Display: iPhone in ganz groß
  5. Leistung im Überfluss
  6. Zeigt Kante: Das kann der Apple Pencil 2
  7. iPad Pro-Zubehör: Was kann das Smart Keyboard?
  8. Teardown bei iFixit: iPad Pro etwas besser zu reparieren als der Vorgänger
  9. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  10. Fazit & Alternativen

Zwei neue iPad Pro-Modelle stellte Apple zusammen mit der Neuauflage des MacBook Air und des Mac mini auf dem so genannten Special Event in New York vor. Obwohl Fans des Mac mini und des MacBook Air sehr lange auf ein Hardware-Update warten mussten, räumte der iPhone-Erfinder den neuen iPad Pro-Modellen die größte und längste Bühnenpräsenz ein. Daran lässt sich der Stellenwert des iPad Pros für Apple ablesen. Es soll nicht weniger als um die Zukunft des Computers gehen. Ist da was dran? Doch zunächst: Was ist da drin?

Face ID, Design und Ergonomie

An einer einmal getroffenen Design-Entscheidung wird in Cupertino so lange wie möglich festgehalten, bis die technische Weiterentwicklung den Gang zum Reißbrett erforderlich macht. Unserem Testgerät sieht man auf den ersten Blick an, dass es hier entstanden ist, denn Apple bricht gleich an mehreren Stellen mit dem Design aller übrigen iPad-Modelle. Klar, denn das iPad Pro 2018 ist das erste (und sicher nicht das letzte) Apple-Tablet ohne Home Button. Der Wegfall der einzigen Taste ebnet den Weg für schmale Bildschirmränder, die nun auf jeder Seite gleich groß ausfallen. Beim blinden Greifen des iPads macht es dies mitunter ein wenig schwierig zu entscheiden, wo oben und wo unten ist.

Die für die Gesichtserkennung Face ID notwendigen Sensoren und Kameras sitzen wie beim iPhone an der schmalen Oberkante des Tablets. Im Vorfeld kam prompt die Befürchtung auf, dass sich das Apple-Tablet nur dann per Gesichtserkennung entsperren ließe, wenn ihr es wie ein iPhone haltet. Entwarnung: Face ID funktioniert beim Testgerät sowohl hochkant als auch im Querformat und gewohnt zuverlässig. Da die Gefahr groß ist, dass ihr beim Halten des iPads im Querformat die True Depth-Kamera verdeckt und euer Gesicht nicht erkannt werden kann, weist iOS mit einer Pfeilgrafik entsprechend darauf hin, auf welcher Seite sich die Kamera aktuell befindet.

Die schmalen Bildschirmränder bergen die Gefahr, dass ihr mit dem Handballen oder einzelnen Fingern das Display verdeckt. Zu Fehleingaben kommt es dabei wie wir beobachtet haben eher nicht. Jedoch wird das "magische Stück Glas", wie Apple seine Tablets gerne nennt, schnell zum fettverschmierten Stück Glas, das ganz irdisch nach einem Microfasertuch schreit. Weil das neue iPad Pro so schön symmetrisch ist, verteilen sich die Fingerabdrücke nun auch gleichmäßig über das gesamte Gehäuse. Immerhin.

Wo war jetzt noch einmal oben und wo unten? Bei der Orientierung hilfreich ist auch der Blick auf die Rückseite des Rezensionsexemplars. Hier findet ihr nun die drei magnetischen Pins zum Anschließen von Zubehör. Apples eigenes Tastatur-Cover findet hier Anschluss, bald auch Tastaturen von Drittanbietern. Das praktische am so genannten Smart Connector ist, dass Strom und Daten gleichzeitig fließen. Ihr müsst die Tastatur also nicht per Bluetooth koppeln. Diesen Anschlusstrick beherrschen natürlich auch andere Tablets, wie das Samsung Galaxy Tab S4.

Kleiner Vorgeschmack auf das erste MacBook mit Face ID? Beim iPad Pro mit angeschlossenem Smart Keyboard Folio reicht ein doppelter Druck auf die Leertaste aus, um das Tablet per Face ID zu entsperren.

Anschlüsse: Vor- und Nachteile von USB-C

Völlig neu in der iPad-Welt ist der USB Type C-Anschluss. Der Lightning-Port ist bei den Pro-Modellen ab sofort Schnee von gestern. Das eröffnet neue Welten und kann helfen, die Adapterflut im Zaum zu halten. Wir haben testweise zum Beispiel ein USB C-Hub von LMP mit dem iPad Pro verbunden und konnten anschließend das Tablet über den HDMI-Port mit einem externen Display verbinden. Wer jetzt jedoch denkt, beim iPad Pro sparen zu können, indem im Konfigurator einfach die günstigste Speicheroption (64 Gigabyte) gewählt wird und weiterer Speicher flux per SD-Karte nachgeschoben wirrt, der irrt. Denn iOS und iPad wollen partout keine externen Speichermedien erkennen.

Ganz ohne Adapter erkennt das iPad Pro samt installiertem iOS 12.1 nun, wenn eine Kamera mit eingelegter Speicherkarte am USB-C-Port angeschlossen wird. Anschließend öffnet sich automatisch immer die Photo-App und ihr habt die Möglichkeit, die Fotos der Kamera zu importieren. Klingt nett. Der Apple-Weg sieht jedoch leider keine Alternative vor. Bedeutet, ihr könnt die Foto-Dateien, mitunter ewig große RAW-Files, die zu allem Überfluss bei nächster Gelegenheit vielleicht auch noch drahtlos mit der iCloud synchronisiert werden, nur mit der Photo-App importieren. Es gibt keine Alternative, wie zum Beispiel Photoshop oder Lightroom.

Apple, so wurde es uns bei einem Treffen mit dem Hersteller erklärt, sieht für diesen Fall den Umweg über die Makro-Funktion Siri Shortcuts, beispielsweise für einen Foto-Import einer Kamera in Adobe Lightroom, vor. Die Fotos werden damit automatisch in die Apple-eigene Photo-App geladen, von dort nach Lightroom kopiert und anschließend aus der Foto-App gelöscht. Das ist umständlich und unserem Geschmack nach zu sehr nach "von hinten durch die Brust ins Auge". Vielleicht fällt Apple hier mit der Zeit noch eine elegantere Lösung ein.

Der USB-C-Port (USB 3.1 Gen. 2) unterstützt Datenübertragungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbps). Ihr könnt andere Geräte damit mit bis zu 7,5 Watt aufladen und sogar einen 5K-Monitor direkt mit dem iPad Pro verbinden. Das Problem: einen solchen Bildschirm gibt es aktuell nicht auf dem Markt. Sämtliche uns bekannten 5K-Bildschirme setzen auf einen Thunderbolt-Anschluss, auch das zusammen von LG und Apple entwickelte LG UltraFine 5K-Display. Vielleicht sorgt Apple selbst ja bald für Abhilfe. Entsprechende Gerüchte rund um einen neuen Apple-Bildschirm gibt es bereits. Einen 4K-Bildschirm wie den von uns getesteten Eizo EV2785 und andere Monitore kann das iPad Pro natürlich ebenso ansteuern. Die Frage lautet nur - warum eigentlich?

Das iPad Pro mit externen Bildschirmen verbinden

Die meisten Apps spiegelt das iPad Pro lediglich 1:1 an einen externen Monitor. Dort werden sie bei vielen Bildschirmen dann mit dicken seitlichen Rändern angezeigt. Uns sind derzeit vornehmlich Apple-eigene Apps bekannt, die eine Trennung der Inhalte ermöglichen. Beispiel Keynote. Habt ihr eine Präsentation erstellt, kann ein externes Display diese im Vollformat anzeigen, während ihr auf dem iPad Pro eine Vorschau der nächsten Folie, die verstrichene Zeit und weitere Steuerelemente einblenden könnt. Abhilfe könnte ein Update der beliebten App Duet Display verschaffen. Die App erlaubt es, das iPad als vollwertigen Zweit-Monitor zu nutzen, funktioniert aber noch nicht mit den neuen iPad Pro-Modellen.

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Wir sind zwiegespalten. Auf der einen Seite begrüßen wir den USB-C-Anschluss, da nun zahlreiches Zubehör stressfreien Zugang findet. Ihr könnt das Apple-Tablet sogar per Ethernet mit dem Internet verbinden! Auf der anderen Seite gibt es nun im Apple-Universum den Lightning-Port (iPhone), Thunderbolt-Schnittstellen (MacBook) und nun auch noch USB Type C beim iPad Pro. Das ist unserer Meinung nach inkonsequent.

Übrigens: Einen Kopfhörereingang sucht ihr beim neuen iPad vergeblich. Auf der einen Seite ist dies ärgerlich, da nun unter Umständen ein Adapter notwendig wird. Auf der anderen Seite bietet manch ein moderner Kopfhörer wie Sonys WH-1000X M3 bereits einen USB Type C-Anschluss und Bluetooth-Kopfhörer sind längst auf dem Vormarsch. Wer sich allerdings erst vor kurzem ein Lightning-Kopfhörer fürs iPhone gekauft hat, weil er eben nicht allein auf eine Funklösung setzen möchte, schaut ein wenig in die Röhre.

Display: iPhone in ganz groß

Bei seinen iPhones hat Apple den Sprung von LCD zu OLED längst vollzogen. Auf das erste iPad mit organischer Anzeige müssen wir hingegen weiter warten. Das iPad Pro verfügt über ein "Liquid Retina" genanntes LC-Display samt den vom iPad Pro 10.5 bekannten Techniken True Tone und ProMotion. Hinter dem letzten Marketingbegriff verbirgt sich eine variable Bildwiederholungsfrequenz, die auf bis zu 120 Hertz steigen kann. Dies hat einen sehr flüssigen Bildeindruck, etwa beim Blättern der geöffneten Apps in der Multitaskansicht, zur Folge. Wird die hohe Bildwiederholungsrate nicht benötigt, sinkt sie wieder um Strom zu sparen.

Die Auflösung von 2.732 x 2.048 Bildpunkten (Pixeldichte von 264 ppi gilt für das 11-Zoll-Modell und das Testgerät gleichermaßen) resultiert in einem sehr scharfen Bild. Isolierte Pixel können wir ebenso wenig ausmachen, wie Treppchenbildung bei der Anzeige von kleiner Schrift. Angenehm groß fallen die Blickwinkel aus. Selbst wenn ihr aus sehr spitzem Winkel auf die Anzeige blickt kommt es nicht zu störenden Farbumkehrungen oder einem nennenswerten Helligkeitsabfall.

Obwohl das iPad nicht über ein mattes Display wie manch ein Laptop verfügt, hat es doch eine reflexionshemmende Beschichtung. Dadurch lassen sich meistens auch im Freien noch alle Inhalte einwandfrei ablesen. Nur bei praller Sonnenlichteinstrahlung wird dies schwierig bis unmöglich. Das iPad eignet sich durchaus auch für die Arbeit im Freien.

Leistung im Überfluss

Apple hat uns für diesen Test ein iPad Pro 12.9 in der Maximalausstattung zu Verfügung gestellt. Es handelt sich um die Mobilfunkversion (wahlweise physikalische oder eSIM) mit dem immensen Speicher von einem Terabyte. Für diese Top-Version müsstet ihr im Apple Store 2.100 Euro bezahlen! Natürlich geht es etwas günstiger. Der Preis des iPad Pro lässt sich drücken, wenn ihr etwa die kleinere 11-Zoll-Version in den Warenkorb legt. Dann geht es bei 879 Euro los. Die günstigste 12.9-Zoll-Variante (Wi-Fi, 64 Gigabyte Speicher) kostet 1.100 Euro.

Mit Blick auf die hohen Preise ist es beruhigend zu wissen, dass das iPad Pro auch perspektivisch genügend Leistungsreserven mit bringt. Mehr noch: der in der neuen Version verbaute A12X Bionic-Proessor mit acht Kernen ist schlicht und ergreifend atemberaubend schnell - und das ist noch untertrieben. Apple sagt, dass dieses SoC mehr Leistung als 92 Prozent aller tragbaren PCs hat, die im Jahr 2017 verkauft wurden. Das schließt MacBooks und Laptops mit Intel Core i7-Chip mit ein. Die Grafikleistung soll auf Niveau einer Xbox One S liegen. Schade, dass es beispielsweise Red Dead Redemption 2 nicht als iOS-App gibt, um diese Apple-Aussage zu überprüfen.

Das iPad Pro 12.9 (2018) in Bildern

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Überhaupt fördert auch eine tiefere Suche im App Store nach leistungshungrigen Apps nichts zu Tage, dass den A12X nennenswert unter Stress setzen würde. Wir sind uns sicher - auch in vier Jahren wird sich ein Großteil der Apps im App Store noch problemlos mit dem iPad Pro ausführen lassen. Ob bis dahin die Bildschirmränder wohl noch kleiner geworden sind?

Wie gut Hardware und das installierte iOS 12.1 aufeinander abgestimmt sind, zeigt ein keines Beispiel aus dem Alltag mit dem iPad Pro. Der neue Apple Pencil 2, mehr dazu weiter unten, bietet eine nette Zusatzfunktion. Bei ausgeschaltetem Bildschirm reicht es aus, mit der Spitze kurz das Display zu berühren, um die Notiz-App automatisch zu öffnen. Das kennen wir in ähnlicher Form von Microsofts Surface Pro-Reihe. Doch während sich das Surface Pro ein paar Augenblicke Bedenkzeit genehmigt, um OneNote zu öffnen, ist die Notiz-App binnen eines Wimpernschlages geöffnet und einsatzbereit. Stark.

Das Benchmark-Programm Geekbench 4 attestiert dem iPad Pro 12.9 unter anderem sechs Gigabyte RAM. Beeindruckend sind die Testwerte im Single- und Dual-Core-Modus. Im Schnitt erzielt das iPad Pro eine Bewertung von 5.010 beziehungsweise 18.210 Punkten. Beim ersten Durchlauf kratzte das Testgerät mit einer Multi-Core-Bewertung von 19.999 sogar haarscharf an der 20.000er-Marke. Kurzum: Das iPad Pro bietet Leistung im Überfluss.

Zeigt Kante: Das kann der Apple Pencil 2

Zunächst die schlechte Nachricht - der alte Apple Pencil arbeitet nicht mit dem neuen iPad Pro zusammen. Kann er auch nicht, denn er ließe sich mangels Lightning-Port überhaupt nicht mit dem Tablet koppeln. Die gute Nachricht ist, dass der neue Apple Pencil vieles einfach besser kann und dieser merkwürdige Ladevorgang, bei dem der Stift aus dem iPad herausragte, ein Ende hat. Es geht weiter bei der Suche nach dem Stylus. Gab es beim alten iPad Pro 10.5 und 12.9 noch keine Möglichkeit, den Sift am Gehäuse zu befestigen, übernehmen nun starke Magnete diesen Job.

Jedes Mal, wenn ihr den 18 Gramm schweren Apple Pencil an die farblich leicht abgesetzte Fläche an der oberen Kante (wo war hier gleich noch mal oben?) magnetisch anheftet, wird er drahtlos aufgeladen. Auch der initiale Kopplungsvorgang wird auf diese Weise initiert. Da der neue Apple Pencil keinen Lightning-Anschluss mehr hat, braucht er nun keine Abdeckung mehr am Ende. Noch ein Teil weniger, das bei uns ständig verloren ging.

Das Schreiben und Zeichnen mit dem Stift auf dem iPad-Display bereitet dank einer kaum wahrnehmbaren Latenz nach wie vor Freude. Ihr solltet nur darauf achten, dass das Display vor dem Zeichnen von sämtlichen Fingerabdrücken befreit wurde. Ansonsten "hakt" der Stift, wenn er über den Fettfilm fliegt.

Der neue Stylus hat nun eine unsichtbare Taste spendiert bekommen. Sie befindet sich im unteren Bereich und lässt sich durch einen doppelten Tipp aktivieren. Derzeit wechselt ihr durch einen Doppeltipp vornehmlich Werkzeuge in Zeichenprogrammen oder in der Notiz-App. In den iOS-Einstellungen findet ihr ein paar Optionen, die noch ausbaufähig sind. Ihr könnt den Doppeltipp etwa deaktivieren, aber ihm kein separates Programm zuweisen. Wir halten den neuen Apple Pencil für eine sinnvolle Weiterentwicklung. Nach wie vor gehört er nicht zum Lieferumfang und muss zum Preis von 135 Euro separat erworben werden. Den ersten Apple Pencil gab und gibt es nach wie vor zum Preis von 99 Euro.

iPad Pro-Zubehör: Was kann das Smart Keyboard?

Unter der Bezeichnung Smart Keyboard Folio verkauft Apple wieder eine eigene, exakt auf das iPad Pro zugeschnittene Tastaturhülle. Diese schützt nun auch die Rückseite des Tablets, daher der Beiname "Folio". Auch hier gibt es einen saftigen Preisaufschlag. 219 Euro kostet die Tastatur für das 12,9 Zoll große iPad Pro, 199 Euro werden für die 11-Zoll-Version fällig. Das Smart Keyboard des iPad Pro 10.5 schlägt mit 179 Euro zu Buche.

Die Tastatur ist wie gehabt robust, ist etwa unempfindlich gegenüber eindringendem Wasser. Das Schreibgefühl auf den insgesamt 65, leider nicht beleuchteten Tasten, ist etwas ungewohnt und erinnert nur entfernt an die MacBook-Klaviaturen mit Butterfly-Switches. Die iPad-Tasten bieten einen sehr knackigen Druckpunkt, der sich bei entsprechender Behandlung in einem lauten Tastenanschlag bemerkbar macht. Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit lässt es sich gut damit tippen. Aus ergonomischer Sicht fehlt eine Handballenauflage. Längere Texte könnten somit eher zur Qual werden. Ein Trackpad bietet die Apple-Tastatur ebenfalls nicht.

Das neue Smart Keyboard Folio unterstützt nun zwei Aufstellwinkel und schützt auch die Rückseite des iPads.
Das neue Smart Keyboard Folio unterstützt nun zwei Aufstellwinkel und schützt auch die Rückseite des iPads. (Quelle: netzwelt)

Dafür findet das iPad beim Einlegen in das Tastatur-Folio dank zahrleicher Magneten fast allein den Weg zur richtigen Position und hält diese anschließend gut. Wir begrüßen sehr, dass es nun zwei unterschiedliche Neigungswinkel gibt. Im Vergleich zu den unendlichen Aufstellwinkeln eines Surface Pro ist das natürlich ein Witz. Es wird sicherlich nicht lange dauern, bis Drittanbieter wie Logitech Tastaturen und Hüllen für das iPad Pro anbieten werden.

Teardown bei iFixit: iPad Pro etwas besser zu reparieren als der Vorgänger

Die Profis von iFixit haben das iPad Pro und den Apple Pencil 2 in einem so genannten Teardown auseinandergebaut und in alle Einzelteile zerlegt. Ihr Fazit: Das teure Apple-Tablet lässt sich immer noch nicht gut reparieren, auch wenn es ein wenig einfacher geht, als beim direkten Vorgänger.Die Macher lobten, dass sich der USB-C-Port im Vergleich zum vorher verbauten Lightning-Port besser erreichen und tauschen lässt. Sie bemängeln jedoch nach wie vor den Einsatz von Kleber, auch beim Akku. Unterm Strich vergibt iFixit 3 von 10 möglichen Punkten für die Reparierbarkeit des iPad Pro - das ist ein Punkt mehr, als der Vorgänger erhielt.

Im Teardown des iPad Pro 2018 stoßen die Macher von iFixit auf jede Menge Kleber. Dennoch lässt sich das neue iPad Pro etwas besser reparieren, als noch der Vorgänger.
Im Teardown des iPad Pro 2018 stoßen die Macher von iFixit auf jede Menge Kleber. Dennoch lässt sich das neue iPad Pro etwas besser reparieren, als noch der Vorgänger. (Quelle: iFixit)

Auch den neuen Apple Pencil hat iFixit genauer unter die Lupe genommen.Dabei entdeckten sie, dass Apple einen kapazitiven Sensor einmal rund um das Gehäuse verbaut. Dies könnte bedeuten, dass der Bedienstift in Zukunft noch weitere Gesten erkennen könnte. Bislang unterstützt der Pencil nur eine Geste - per Doppleklick könnt ihr in Mal- und Zeichenprogrammen so das Werkzeug wechseln.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Das iPad Pro unterstützt die gleichen Gesten, wie das iPhone X, XR und XS. Mit dem Apple Pencil lässt sich jedoch nicht die Bewegung zum Aufrufen des Startbildschirmes ausführen (von unten nach oben streichen)..
  • Im unteren Drittel klingt das iPad Pro beim Berühren mit dem Apple Pencil deutlich hohler, als im restlichen Bereich.
  • Die Akkulaufzeit beträgt ungefähr zehn Stunden. Wie bei allen iPads.
  • Die vier rund um das Gehäuse verteilten Lautsprecher wurden noch einmal verbessert. Sie sind die mit großem Abstand besten Tablet-Speaker, die wir bislang gehört haben.

Hinweis: Ihr betrachtet einen Langzeittest, der nach und nach ausgebaut wird. Fehlen euch Angaben oder habt ihr eine ganz spezielle Frage zum iPad Pro, die hier noch nicht beantwortet wurde, dann teilt uns dies gerne über das Kommentarfeld mit!

Apple iPad Pro 11 / 12.9 (2018): Fazit

Ein starkes Stück, aber kein Laptop-Ersatz 8.6/10

Das iPad Pro Jahrgang 2018 ist ein ganz starkes Stück Technik. Ein Notebook, auch ein MacBook, kann es jedoch kaum ersetzen. Leistung gibt es zwar im Überfluss und der Touchscreen ist brilliant. Zu einem guten Computer gehören aber auch Anwendungen, die der App Store nicht bietet und Routinen, die den Nutzer nicht auf Teufel komm raus der eigenen Firmenphilosophie unterwerfen - Beispiel Foto-Import. Apple sagt das iPad definiert, "was ein Computer können sollte". Andersherum wird im professionellen Umfeld eher ein Schuh draus. Wer einen Einsatzzweck für den Apple Pencil hat und von der enormen Leistung Gebrauch machen kann, findet im iPad Pro jedoch definitiv den mit Abstand besten Tablet-Computer aller Zeiten. Mit starker Betonung auf das Wort "Tablet".

Das hat uns gefallen

  • Leistung
  • Verarbeitung
  • Display
  • Face ID
  • Lautsprecher

Das hat uns nicht gefallen

  • keine externe Speichermedien
  • kein Kopfhöreranschluss
  • Aufpreis für Speicherplus
Testnote 8,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design

Design Verarbeitung, Materialwahl und Ergonomie eines Tablets werden unter dem Punkt Design zusammengefasst.

9,0 / 10
Display

Display Auflösung, Helligkeit, Kontrast, Farbtreue, Oberfläche und Blickwinkel einer Tablet-Anzeige werden unter dem Punkt Display bewertet.

10 / 10
Leistung

Leistung Benchmark-Ergebnisse, Alltagsgeschwindigkeit, Software-Angebot und Akkulaufzeit eines Tablets werden unter dem Punkt Leistung bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung

Ausstattung Zahl und Art der vorhandenen Schnittstellen, Speicher und weitere Optionen werden unter dem Punkt Ausstattung bewertet.

9,0 / 10
Multimedia

Multimedia Die Qualität von Lautsprechern und Kameras bewerten wir unter dem Punkt Multimedia.

Informationen zum Leihgerät

Das iPad Pro 12.9 wurde uns leihweise von Apple zu Verfügung gestellt. Nach Ablauf einer einjährigen Leihfrist wird es wieder an den Hersteller zurückgegeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

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Bestenlisten

Apple iPad Pro 11 / 12.9 (2018) wurde in folgende Tablet-Bestenlisten einsortiert.

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    Ek

  2. Gastkommentar · 

    Kann man über den USB-C auch den Samsung 49 curve Monitor anschließen und dann über die dort angeschlossene Tastatur und Maus arbeiten?

    1. Mickey Overlander · 

      Hi, die Tastatur wird mit Abstrichen wahrscheinlich funktionieren, die Maus auf keine Fall. Grüße aus der Redaktion.

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Apple, Tablet, Apple iOS 12 und Apple iPad Pro 11 / 12.9 (2018).

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