Asus Transformer Book T100 im Test: Convertible für die Massen

Netbook-Erbe mit Windows 8.1

Das Asus Transformer Book T100 lässt sich als Erbe der Netbooks bezeichnen. Es ist leicht und vergleichsweise günstig. Im Test hinterlässt die Modellausführung T100TA-DK003H einen guten Eindruck, wenngleich die abnehmbare Tastatur Verbesserungspotenzial mit sich bringt.

Ein weiterer Kandidat tritt an, das Beste aus Tablet- und Notebook-Welt miteinander zu verbinden. Das Asus Transformer Book T100 hat dabei ganz gute Karten: Die abnehmbare Tastatur punktet im Test mit knackigen Druckpunkten, die Tablet-Einheit gehört zu den derzeit leichtesten Windows 8.1-Geräten. Darüber hinaus ist das T100 eines der derzeit günstigsten Convertibles.

Das Asus Transformer Book T100 ist eines der derzeit günstigsten Convertibles mit Windows 8.1
Das Asus Transformer Book T100 ist eines der derzeit günstigsten Convertibles mit Windows 8.1

Der taiwanische Hersteller Asus läutete mit der EeePC-Reihe einst die Ära der Netbooks ein. Die Serie ist längst Geschichte - hier kommt einer der Erben. Natürlich ist das T100 nach dem aktuellen Stand der Technik gestrickt. Der Clou ist klar die abnehmbare Tastatur, die das 10-Zoll-Tablet mit Windows 8.1 zum vollwertigen Subnotebook verwandeln soll.

Technische Ausstattung

Für Vortrieb sorgt eine brandneue Intel Atom-CPU Z3740 (Bay Trail) mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von 1,33 Gigahertz. Die Größe des Arbeitsspeichers beträgt zwei Gigabyte. Hinzu kommen 64 Gigabyte Flash-Speicher. Letzterer lässt sich durch das Einlegen einer microSD-Karte um bis zu 64 Gigabyte erweitern. Als Bonus legt Asus unbegrenzten Cloudspeicher obendrauf. Dieses Angebot ist ein Jahr lang kostenlos nutzbar.

Asus Transformer Book T100 im Test

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Der Touchscreen mit einer Diagonale von 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) im 16:9-Format bietet eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln. Drahtlos nimmt das Testgerät über WLAN (a/g/n) oder Bluetooth 4.0 Verbindung zu anderen Geräten auf. An der Tablet-Einheit findet sich eine microUSB-Schnittstelle, ein microHDMI-Port und der Kopfhörerausgang. Die Tastatur bringt noch eine USB-3.0-Schnittstelle mit. Die getestete Konfiguration mit der exakten Produktbezeichnung "T100TA-DK003H" kostet derzeit knapp 430 Euro.

Verarbeitung

Die Tablet-Einheit ist gut verarbeitet. Es finden sich keine auffälligen Spaltmaße, und auch wenn man das Windows-Tablet kräftig schüttelt, gibt es keinen Laut von sich. Mit einem Gewicht von 574 Gramm gehört es zu den aktuell leichtesten Windows 8-Tablets. 538 zusätzliche Gramm bringt die Tastatur mit. Zusammen mit dem knapp 70 Gramm schweren, sehr kompakten USB-Netzteil ergibt sich ein Reisegewicht von 1.182 Gramm - Subnotebook-Liga.

Eine Geschmacksfrage, aber nach Meinung von netzwelt nicht ganz so gut gelungen, ist die Rückseite aus lackiertem Kunststoff. Sie zieht zum einen Fingerabdrücke an, zum anderen ist die auf Hochglanz polierte Fläche rutschig.

Die Verbindung zwischen Tablet und Tastatur wird über ein solides Scharnier hergestellt. Am Tablet finden sich dafür Einbuchtungen, die ein nahezu blindes Verbinden ermöglichen. Klappt man im verbundenen Zustand nun das Display auf, wird die Tastatur automatisch ein Stück von der Schreibtischplatte angehoben. Die nun gut zum Nutzer ausgerichtete Tastatur ermöglicht prinzipiell ein angenehmes Tippen.

Beim Testgerät von netzwelt liegt die Tastatureinheit nicht eben auf der Tiischplatte auf.
Beim Testgerät von netzwelt liegt die Tastatureinheit nicht eben auf der Tiischplatte auf.

Das Problem beim vorliegenden Testmodell des Asus Transformer Pad: Bei maximalem Öffnungswinkel steht der rechte, untere Tastaturbereich weiter vom Boden ab als der linke. Die Folge: Beim Tippen klappert es unnötig. Hebt man die rechte Hand von der Handflächenablage, hebt sich die gesamte Tastatureinheit an.

Display

Gut gefallen am Asus-Display Kontrast und Helligkeit. Die Ausleuchtung erfolgt gleichmäßig, ohne erkennbare Lichthöfe. Auf Berührung, auch von mehreren Fingern gleichzeitig, reagierte der Touchscreen während des Testzeitraumes stets zuverlässig. Nicht ganz so gut weg kommt der Monitor bei der Darstellung von Farben, die ein wenig ausgewaschen wirken.

Die Auflösung von 1.366 x 768 ist als durchschnittlich zu bezeichnen. Andere Convertibles, Hybrid-Geräte und Tablets bieten eine deutlich höhere Pixeldichte als die 155 dpi des Testgerätes. Zu sehr auffälligen, deutlich sichtbaren Pixeln kommt es bei normalem Abstand dennoch nicht. Auch der Treppeneffekt bleibt aus. Kleine Schrift kann die Augen mitunter aber stark fordern. Dank des verbauten IPS-Panels ist das Transformer Book recht blickstabil. Blickt der Nutzer schräg auf die Anzeige, kommt es nicht zu störenden Farbumkehrungen.

Leistung

Das Transformer Book ist für Vielreisende gedacht, die gern und oft auf die ausgewachsene Tastatur zurückgreifen, Schreibarbeit erledigen und sich nach der Arbeit vielleicht noch auf dem Tablet einen Film anschauen. Für Spieler oder Grafiker ist die verbaute Intel-CPU mit integrierter Grafik-Einheit nicht gemacht. Doch der Bay Trail-Chipsatz bringt genügend Schubkraft für Alltagsaufgaben mit. Zu nervenaufreibenden Wartezeiten unter Windows 8.1 kam es im Testzeitraum daher nicht.

Das Benchmark-Tool Cinebench R15 verweigert auf der Testkonfiguration erwartungsgemäß den Dienst. Unter Cinebench R10 erzielt das Asus Transformer Book im Multi-CPU-Rendering-Test 2.713 Punkte. Nach einem kompletten Kaltstart vergehen im Schnitt 26 Sekunden, bis der Netbook-Erbe wieder auf Nutzereingaben reagiert. Testweise installierten wir Asphalt 7 - das Rennspiel läuft flüssig und ohne Ruckler.

Software 

Das installierte Microsoft-Betriebssystem Windows 8.1 ist noch recht frisch und auf Tablets und Convertibles recht selten anzufinden. Das Nutzer-Erlebnis "out of the box" trübt Asus durch die Installation von sehr vielen Zusatzprogrammen.

Gefühlt buhlt jedes einzelne durch nervige Nachfragen nach dem ersten Einschalten um die Aufmerksamkeit des frischgebackenen Besitzers. Lobenswert hingegen: Asus legt dem Transformer Book T100 eine Vollversion von Microsoft Office bei. Der Aktivierungscode findet sich im Lieferumfang.

Tastatur und Ergonomie

Die insgesamt 85 Tasten der abnehmbaren Tastatur bieten einen guten Druckpunkt und mehr als ausreichend Hub. Asus ordnet sie im Standard-Layout an, sodass man sich schnell zurechtfindet. Der Tastenabstand fällt jedoch sehr klein aus, ebenso die linke Shift-Taste. Im Test erwischte sich der Autor häufiger dabei, vom vertrauten Zehn-Finger-System in eine Art Zwei-Finger-System zu wechseln. Eine Tastaturbeleuchtung ist nicht vorhanden.

Das integrierte Trackpad mit einer Diagonale von 8,5 Zentimetern bietet gute Gleiteigenschaften und versteht sich auf Multitouch-Gesten. Mithilfe von zwei Fingern blättert man so etwa in langen Listen oder auf Webseiten - praktisch. Eine Unterteilung zwischen rechter und linker Maustaste gibt es nicht - eine Markierung bietet jedoch optische Orientierungshilfe.

Als sehr laut empfand netzwelt die Tastatur- und Trackpad-Geräusche.
Als sehr laut empfand netzwelt die Tastatur- und Trackpad-Geräusche.

Als sehr laut empfand netzwelt die Klick-Geräusche des Trackpads. Zusammen mit der ebenfalls nicht gerade leisen Tastatur produziert das Transformer Book eine Lautstärke-Kulisse, die in Bus und Bahn schon einmal für Kopfschütteln sorgt.

Dafür lässt es sich mit angesteckter Tastatur gut auf den Knien arbeiten. Als störend erweist sich hier, dass der Convertible nicht sauber ausbalanciert ist. Die Tablet-Einheit neigt dazu, nach hinten zu kippen. Gerade dann, wenn der Nutzer Eingaben über den Touchscreen tätigt.

Multimedia

Als überaus kräftig erweisen sich im Test die verbauten Lautsprecher. Der Klang entweicht größtenteils über rechts und links am Tablet-Rücken positionierten Öffnungen. Für die klangliche Untermalung von Youtube-Clips etwa sind die Lautsprecher vollkommen ausreichend dimensioniert. Wer Musik richtig hören möchte kommt aber nicht darum herum, vernünftige Kopfhörer anzuschließen.

Webcam und Mikrofone verrichten ihren Dienst ordnungsgemäß. Über eine Hauptkamera mit höherer Auflösung verfügt das Asus Transformer Book nicht. Damit dürften viele Nutzer in Zeiten immer besser werdender Smartphone-Kameras jedoch sicherlich gut leben können.

Akkulaufzeit und Erweiterbarkeit

Beeindrucken konnte das Testgerät bei der Akkulaufzeit. In einem typischen Mix aus Surfen, Officetätigkeiten und dem Abspielen von Videos gingen erst nach knapp zehn Stunden die Lichter aus (Display-Helligkeit 50 Prozent, Funkverbindungen aktiv, Energiesparprofil "Ausgeglichen"). Ein sehr guter Wert.

Düsterer ist es um die Reparaturfreundlichkeit des Netbook-Nachfolgers bestellt. Tablet-typisch ist die Kunststoffrückseite nicht abnehmbar. Es sind keinerlei Schrauben vorhanden, um an das Innere zu gelangen. Sollten Akku oder sonstige Bauteile im Laufe der Nutzungszeit kaputtgehen, hilft nur der Reparaturservice des Herstellers weiter.

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Alternativen zum Asus Transformer Book liefert dieser Vergleichstest aktueller Convertible-Modelle auf netzwelt.

Asus Transformer Book T100: Fazit

EeePC-Erbe 6.6/10

Mit dem Transformer Book T100 hofft Asus, den einstigen Erfolg der Netbooks ins Zeitalter der Convertibles übertragen zu können. Dies gelingt. Das T100 ist kompakt, leicht, verhältnismäßig günstig und mit leichten Abstrichen produktiv einsetzbar - ein Convertible für die Massen. Besonders gut gefallen Akkulaufzeit und das aktuelle Windows 8.1 samt Microsoft Office.

Das hat uns gefallen

  • leicht
  • Tastatur enthalten
  • Akkulaufzeit

Das hat uns nicht gefallen

  • lackierte Rückseite
  • klappert beim Tippen
Testnote 6,6 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
6,0 / 10
Design
7,0 / 10
Display
7,0 / 10
Leistung
7,0 / 10
Ausstattung
6,0 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde zu Verfügung gestellt von Asus Deutschland. Nach Testende wird es wieder an den Hersteller zurückgestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
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    So lässt sich auch beim Transformer Book T100HA die Tastatur von der 10.1 Zoll messenden Tablet-Einheit trennen und separat verwenden. Im Inneren wird Intels neuer Atom-Prozessor mit der Bezeichnung x5, basierend auf der Cherry Trail-Plattform verbaut sein. Ihm stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite.

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