HTC U11 im Test: Der Phönix aus der Asche?

Dieses Smartphone will gedrückt werden!

HTC U11 1

HTC schickt mit dem U11 einen Nachfolger für das HTC 10 ins Rennen und der soll vor allem eins: kräftig gedrückt werden. Mit dem neuen Bedienkonzept Edge Sense versucht der Hersteller neue Maßstäbe setzen und verbaut außerdem laut DxOMark die beste Smartphone-Kamera aller Zeiten. Kann das Top-Modell des taiwanischen Herstellers mit druckempfindlichen Rahmen überzeugen? Unser Test verrät es.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Zum Drücken: Edge Sense
  3. Amazons Alexa lässt auf sich warten
  4. Ausstattung und Performance
  5. Gratis: BoomSound und hauseigene ANC-Kopfhörer
  6. Kamera ist Trumpf
  7. Laden und Akkulaufzeit
  8. Technische Daten
  9. Üppiger Lieferumfang
  10. Preis und Verfügbarkeit
  11. Fazit & Alternativen
  12. Datenblatt

 - Für das HTC U11 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

HTC hat in Deutschland für das U11 ein Update Android 8.0 Oreo veröffentlicht. Die Aktualisierung enthält viele praktische Neuerungen.

Mit dem HTC U 11 hat der taiwanische Hersteller im Jahr 2017 bereits sein zweites Highend-Modell aus der neuen U-Reihe auf den Markt gebracht. Den Anfang machten die Modelle HTC U Ultra und HTC U Play. Diese wussten uns allerdings bei weitem nicht vollends zu überzeugen. Für das Gebotene war der Preis einfach viel zu hoch angesetzt, was sicherlich auch am aktuellen Dollar-Kurs gelegen hat. Außerdem warten wir noch immer sehnsüchtig auf ein Update des hauseigenen Assistenten Sense Companion, um dessen Funktionsumfang endlich zu erweitern. Denn auch beim neuen Spitzenmodell U11 ist der digitale Helfer weiterhin nur eine nett gemeinte Spielerei. HTC muss also auf anderen Ebenen überzeugen. Kann der taiwanische Hersteller mit dem U11 an alte Erfolge anknüpfen?

Design und Verarbeitung

Fangen wir zunächst mit dem Äußeren und der Verarbeitungsqualität an. Wie sieht das HTC U11 aus, ist es zweitgemäß designt? Diese Frage können wir nach unserem Langzeit-Test nur mit ''Jein'' beantworten. Im Vergleich zum U Ultra wurde der innovative Second-Screen gestrichen und so bietet das HTC U11 lediglich ein 5,5 Zoll großes QHD-Display. Im Gegensatz zu den Konkurrenten Samsung und LG setzt man bei dem Super LCD 5-Screen auf ein standardisiertes Seitenverhältnis von 16:9 und verzichtet auf weitere Features, wie den neuen HDR-Standard. Großes Display im kompakten Format? Fehlanzeige! Mit den Abmessungen 153,9 x 75,9 x 7,9 Millimetern ist das HTC U11 trotz kleinerem Screen größer als das LG G6 mit seinem 5,7-Zoll-Display oder das 5,8 Zoll große Galaxy S8.

Die Konkurrenz setzt bereits auf ein 18:9-Format. Für HTC noch kein Thema. Der taiwanische Hersteller begründet dies vor allem damit, dass zur Zeit fast alle verfügbaren Medieninhalte noch im 16:9-Format vorliegen. Auch HDR-Inhalte kann das Display des HTC U11 anders als der Screen der genannten Konkurrenten nicht darstellen. Der Grund: Aktuell gibt es noch zu wenige HDR-Inhalte, als dass sich ein entsprechendes Display lohnt. Während der Verzicht auf HDR durchaus nachvollziehbar ist, hätten wir uns dennoch ein kompakteres Format für das HTC U11 gewünscht.

Man hat immer wieder das Gefühl, nur ein aufgehübschtes HTC U Ultra in der Hand zu halten. Auch beim HTC U11 verwendet man auf der Rückseite mehrere Glasschichten, um so ein individuelles, der jeweiligen Lichtsituation angepasstes Gesamtbild zu erschaffen. Allerdings wurde das Herstellungsverfahren optimiert und die Displaykanten nun abgerundet - der etwas plump wirkende Übergang zwischen Glascover und Metallrahmen vom U Ultra ist Geschichte. Außerdem steht die Kamera weniger weit aus dem Gehäuse heraus, sie ist nun rund und deutlich kleiner geworden. Großes Problem an der stylischen Rückseite: Immer wieder rutschte uns das Handy vom Schreibtisch. Die Glas-Oberfläche lässt das Smartphone wie schon bei der Konkurrenz von Samsung auf glatten und schrägen Oberflächen einfach dahin gleiten.

Das weitere Problem: die Anfälligkeit für Fingerabdrücke. Nur wenige Berührungen genügen und die Rückseite ist bereits mit unschönen Schlieren und Flecken übersät. Zu allem Überfluss setzt der Glasrücken diese auch noch ins ''rechte'' Licht. Ohne Mikrofaser-Tuch in der Tasche oder Schutzhülle verliert das U11 dadurch schnell seine ansprechende Optik. Immerhin ist das neue Top-Modell im Gegensatz zum U Ultra nach IP67-Zertifizierung vor Schäden durch Feinstaub oder Eintauchen in Frischwasser geschützt. Trotz allem ist eine Schutzhülle bezüglich der beschriebenen Probleme in jedem Fall Pflicht. Diese dann bitte aber am besten von HTC selbst, sonst könnte folgendes Feature eventuell nicht mehr nutzbar sein.

Zum Drücken: Edge Sense

Die Rede ist vom magischen Edge Sense. Der Rahmen des HTC U11 besteht aus Metall und ist aus Sicht des Herstellers die Neuerung schlechthin. Er ist nämlich druckempfindlich und erweitert das Smartphone um weitere Eingabe-Möglichkeiten. In den seitlichen Rändern des U11 sind Sensoren verbaut, die beispielsweise dafür genutzt werden können, durch das bloße Zusammendrücken der Ränder die Kamera-App zu starten und bei einem weiteren Druck ein Foto zu schießen. Gerade bei Selfies soll dies einen echten Mehrwert bieten, da man nicht mehr bestimmte Tasten suchen und auf das Display drücken muss, um auszulösen. Eine eigene Edge Sense-App dient zur Einstellung der Druckstärke und der jeweiligen verbundenen Aktionen. Zum Zeitpunkt des Testes wurde allerdings nur zwischen einem kurzen und langen Druck unterschieden. Eine Zuordnung von Funktionen in Korrelation zur Stärke des Drucks wurde bewusst nicht implementiert, um das System nicht unnötig komplex zu machen und Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Der Hersteller verrät allerdings in einem YouTube-Video: Es kommt noch mehr. Ein Update soll den Funktionsumfang erweitern, entsprechender Release soll noch im Sommer 2017 erfolgen. So wird es künftig möglich sein, dass Nutzer durch Drücken des Smartphones in Google Maps beispielsweise weiter ins Kartenmaterial hineinzoomen, um mehr Straßennamen und Sehenswürdigkeiten sehen zu können. In Google Fotos soll ebenfalls eine Zoom-Funktion mittels Edge Sense implementiert werden, mit dem Unterschied, dass hier beim ersten Drücken hinein- und beim zweiten Drücken wieder herausgezoomt wird.

In Googles Kalender-App bewirkt der Einsatz von Edge Sense das Ein- und Ausblenden der Monatsansicht bei geöffneter Wochenübersicht. Auch das Annehmen von Anrufen und abschließende Auflegen, Abstellen des Weckers und Pausieren von Videos bei YouTube ist künftig mit einem Druck auf die Smartphone-Ränder möglich. Im Test wusste das Feature zu gefallen, einen echten Mehrwert bietet es aber nicht, da viele Funktionen bei anderen Smartphones einfach über die seitlichen Tasten erreichbar sind. Freuen dürfte es vor allem Handschuh-Träger, die Sensoren arbeiten nämlich resistiv, erkennen also Druck anhand von physikalischer Kraftübertragung. Dem Selfie während einer Tour im Schnee, ohne zunächst mühselig seine Handschuhe auszuziehen, steht also nichts mehr im Weg.

Amazons Alexa lässt auf sich warten

Leider viel zu oft: Keine Empfehlung vom HTC Sense Companion.
Leider viel zu oft: Keine Empfehlung vom HTC Sense Companion. (Quelle: netzwelt)

Durch längeres Drücken startet man übrigens den Google Assistant, der neben dem Sense Companion aber nicht der einzige zusätzliche Sprachassistent auf dem U11 ist. Auch Alexa, die Spracherkennung des Versandhändlers Amazon, erhält Einzug in das Smartphone. Warum auch noch Alexa? Laut HTC bietet der Amazon-Assistent eine bessere Integration für Smart-Home-Umgebungen. So werde der Funktionsumfang der Spracherkennungen am U11 um ein Vielfaches erweitert. Allerdings lässt das Rollout der multifunktionalen Helferin auf dem Smartphone noch immer auf sich warten.

Die Vielfalt an digitalen Sprachassistenten auf dem HTC U11 könnte allerdings schnell für Verwirrung sorgen. So müsst ihr den passenden Sprachassistenten für eine bestimmte Funktion immer gezielt ansprechen. Hier hätten wir uns gewünscht, dass der Sense Companion diesen Schritt für uns übernehmen und einfach bei Bedarf den passenden Dienst um Hilfe bitten würde. Der hauseigene digitale Helfer wartet allerdings seit seinem Release Anfang des Jahres immer noch auf ein Update und bietet weiterhin neben vereinzelten Restaurantvorschlägen oder Erinnerungen an die morgendliche Jogging-Runde keinen großen Mehrwert. Immer wieder mussten wir lesen, dass es im Moment keine Empfehlungen seitens des Sense Companion für uns gibt.

Ausstattung und Performance

In Sachen Hardware verbaut HTC das Beste vom Bestem, was der Markt derzeit hergibt. Länderübergreifend wird der neue Octa-Core Prozessor Qualcomm Snapdragon 835 mit 2,45 Gigahertz Taktfrequenz verwendet. Ihm stehen vier Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der interne Speicher ist 64 Gigabyte groß. Ab Werk stehen für euch davon circa 50 Gigabyte bereit, der Rest ist bereits vom System belegt. Wer noch mehr Speicher benötigt, kann mithilfe einer microSD-Speicherkarte die Kapazität um bis zu 2 Terabyte erweitern.

Mit einem Geekbench-Ergebnis von durschnittlich 1900 Punkten im Single-Core und 6100 Punktion im Multi-Core bewegt sich das HTC U11 auf Augenhöhe mit aktuellen Spitzenmodellen, wie dem OnePlus 5 oder dem Galaxy S8. Mit einem AnTuTu-Ergebnis von durchschnittlich 180.000 Punkten stellt das U11 sogar fast alle aktuellen Spitzen-Modelle in den Schatten. Im Alltagsbetrieb fielen uns daher auch keine störenden Ruckler auf. Selbst anspruchsvolle Anwendungen und Spiele wie DeadTrigger 2 meisterte der High-End-Prozessor und die Qualcomm Adreno 540-Grafik mit 710 Megaherz Kerntakt problemlos. Als Betriebssystem werkelt Android 7.1 Nougat mit der hauseigenen Oberfläche HTC Sense, die euch unter anderem wieder den bekannten Blink Feed mit aktuellen Nachrichten aus aller Welt zur Verfügung stellt.

Der Blink Feed versorgt euch mit allen wichtigen Neuigkeiten aus der Welt.
Der Blink Feed versorgt euch mit allen wichtigen Neuigkeiten aus der Welt. (Quelle: netzwelt)

Außerdem hat HTC mit dem U11 endlich ein Dual-SIM-fähiges Top-Smartphone geschaffen. Hier wird allerdings dann für die zweite Nano-SIM Karte der Speicherkarten-Platz genutzt, ihr müsst euch also zwischen Speicher- oder zweiter SIM-Karte entscheiden.

Gratis: BoomSound und hauseigene ANC-Kopfhörer

Natürlich lässt es sich HTC nicht nehmen und verbaut auch beim aktuellen Spitzenmodell den bekannten BoomSound. Mittels zweier Speaker soll ein Stereo-System für besseren Klang beim Filme schauen oder Musik hören mit dem Smartphone sorgen. Wie beim iPhone 7 (Plus) ist in der Hörmuschel ein Lautsprecher und neben dem USB C-Anschluss der Zweite untergebracht. Im Menü kann man zudem zwischen dem Theater- und dem Musikmodus umschalten. In letzterem setzt das HTC U11 quasi eine Art Zwei-Wege-Technologie ein. Die Höhen kommen aus dem nach vorne gerichteten Speaker, während der nach unten gerichtete Lautsprecher für die Mitten und das Bass-Fundament sorgt.

Im Theatermodus wechselt das Smart­phone auf die klassische Stereo-Konfiguration. Im Test mit dem Titel ''Schwung in die Kiste'' von den Orsons muss sich das HTC allerdings unserer Meinung nach dem aktuellen Spitzen-Modell von Apple, dem iPhone 7 Plus geschlagen geben. Das U11 ist zwar ein wenig lauter, Höhen und auch Bässe klingen aber beim iPhone-Modell merklich differenzierter, das HTC-Modell klingt dagegen immer noch leicht nach 'blechernem Telefonsound. Allerdings neigt das iPhone aufgrund der platzierten Höhen auch leichter zum Übersteuern.

HTC überrascht allerdings mit einem neuen Höhepunkt im Lieferumfang. Das beiliegende In-Ear-Headset verfügt über eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC). Die im Headset eingebauten Mikrofone und die Technik im neuen Qualcomm-Prozessor wird zunächst genutzt, um mithilfe von Sonar-Technologie ein personalisiertes Klangprofil zu erstellen und dann während der Musikwiedergabe einen Gegenschall zu erzeugen, um so Umgebungsgeräusche wie Turbinenlärm im Flugzeug oder Motorengeräusche im Bus zu mindern.

Das neue HTC USonic Headset bietet aktive Geräuschunterdrückung und überzeugt im Klang.
Das neue HTC USonic Headset bietet aktive Geräuschunterdrückung und überzeugt im Klang. (Quelle: netzwelt)

Nach unseren Hörtests können wir den Effekt durchaus bestätigen, auch wenn er deutlich geringer ausfällt als bei Profi-Modellen wie beispielsweise beim QuietControl 30 von Bose. Außerdem fiel uns auf, dass unmittelbar nach Anhalten eines Songs noch ein gewisses Rauschen zu hören war. Erst nach einigen Sekunden herrschte wieder Stille. Dies hat wahrscheinlich mit dem erzeugten Gegenschall zu tun, sollte aber schleunigst per Update behoben werden. Einen weiteren Haken hat die Sache ebenfalls: die ANC-Funktion ist ausschließlich beim Anschluss an ein HTC U11 nutzbar. Eine App, mit der sich die Optimierungen auch an anderen Smartphones nutzen lassen, ist zur Zeit nicht geplant. Klanglich wissen die mitgelieferten Kopfhörer aber durchaus zu überzeugen, auch wenn sie ein wenig basslastig ausfallen. Klirren oder gar ein Übersteuern konnten wir selbst bei höchster (gesundheitsgefährdender!) Lautstärke nicht feststellen.

Kamera ist Trumpf

Bereits in unserem Kurztest waren wir von der Kamera des HTC U11 durchaus angetan. Nach längerer Zeit mit dem U11 und der Nutzung in verschiedenen Szenarien können wir den sehr guten Eindruck größtenteils bestätigen. Bei der Kamera greift HTC auf den BSI-Ultrapixel 3-Sensor zurück. Größere Pixel also, davon allerdings "nur"' 12,2 Millionen. Dies soll zusammen mit der f/1,7 Blende und dem optischen Bildstabilisator (OIS) für bessere Bilder, vor allem bei schwachen Lichtverhältnissen, sorgen. Besonderen Wert wurde auf den neuen Ultraspeed-Autofokus gelegt. Mit Dual-PDAF ausgestattet kann so auch bei schlechteren Bedingungen präzise und vor allem schnell fokussiert werden. Und das können wir voll und ganz bestätigen. Der Autofokus reagiert stets prompt und zuverlässig. Allerdings stellten wir auch eine leichte Auslöseverzögerung fest, was natürlich den guten Eindruck der schnellen Fokussierung ein wenig trübt.

Vom Google Pixel wurde sich der sogenannte ''HDR Boost'' abgeschaut. Diese softwarebasierte Optimierung soll nicht nur Farbbrillanz, Detailtreue und Helligkeit erhöhen, sondern auch Rauschen und Artefakte, die vor allem bei wenig Licht auftreten, wirksam unterdrücken. Im Videomodus werden 4K-Aufnahmen und Hi-Res Audio-Stereo-Aufnahme unterstützt. Dank der vier verbauten Mikrofone kann außerdem sogenanntes 3D-Audio aufgezeichnet werden. Zoomt ihr beim Filmen in einen bestimmten Punkt herein, wird softwareseitig versucht die Mikrofone entsprechend abzustimmen, um so, beispielsweise bei Konzerten, ein besseres Klangbild zu erreichen. Der BSI-Sensor der Frontkamera löst mit satten 16 Megapixeln auf, besitzt eine f/2,0 Blende mit 28-Millimeter-Brennweite und kann 150 Grad Wide-Angle Fotos aufnehmen. Auch hier wird der softwareseitige HDR Boost genutzt, um die Ergebnisse zu verbessern.

Einige Testfotos später halten wir fest: die Kamera des HTC U11 ist wirklich eine der besten ihrer Klasse. Farben und Dynamikumfang überzeugten, auch im Low-Light Bereich fielen uns keine größeren Fehler auf. Mit leichtem Bildrauschen und ein wenig Verlust in der Grundschärfe muss man allerdings leben. Das Institut DxOMark, welches mit umfangreichen Labortests Smartphone- und Kamera-Hersteller bei der Entwicklung unterstützt, bestätigt diesen Ersteindruck und vergibt beeindruckende 90 Punkte in der Gesamtwertung. Damit besitzt das HTC U 11 in deren Aufzeichnung die bis dato beste Smartphone-Kamera mit Beginn der hauseigenen Tests im Jahre 2011. Allerdings sagen Bilder bekanntlich mehr als tausend Worte, überzeugt euch also in nachfolgender Galerie einfach selbst von den Kamera-Qualitäten des HTC U11.

HTC U11: Kamera-Testbilder

9 Bilder
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Laden und Akkulaufzeit

Obwohl nun aufgrund der neuen Glasrückseite technisch möglich: Auf kabelloses Laden wurde beim HTC U11 verzichtet. Im Gegensatz zum Samsung Galaxy S8 kann das Smartphone also nicht einfach in eine Schale gelegt werden, um dann kontaktlos wieder Energie in den Akku speisen zu lassen. Als Grund nennt HTC den Umstand, dass der aktuelle Standard Qi immer noch nicht weit genug verbreitet sei. Andere Hersteller verwenden die Technik allerdings schon länger und durchaus mit Erfolg. Selbst beim künftigen iPhone 8 scheint kabelloses Laden ein wichtiges Thema zu werden.

Tröstlich: HTC spendiert dem U11 Quick Charge 3.0. Mithilfe der Schnellladetechnik von Qualcomm bringt ihr Stand eines zuvor fast entleerten Akkus daher in etwa 30 Minuten auf knapp 50 Prozent. Nach 90 Minuten sind es 95 Prozent, eine komplette Ladung benötigt knapp 2 Stunden. Der Akku wirkt allerdings mit seinen 3000 Miliamperestunden ein wenig knapp bemessen, wir kamen bei mäßiger Nutzung jedoch gut durch den Tag und hatten am Abend noch etwa 20 Prozent Akkuladung übrig. Für ''Dauernutzer'' empfiehlt sich allerdings die Mitnahme einer Powerbank, wechselbar ist der Akku aufgrund des Unibody-Gehäuses nämlich nicht.

HTC U11: Unsere Eindrücke im Video

Technische Daten

  • Display: 5,5 Zoll, Quad HD (2.560 x 1.440 Pixel)
  • Abmessungen: 153,9 x 75,9 x 7,9 Millimeter (H x B x T)
  • Gewicht: 169 Gramm
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 835 (2,45 Gigahertz, Octa-Core)
  • Arbeitsspeicher: 4 Gigabyte RAM
  • Interner Speicher: 64 Gigabyte
  • microSD-Karten-Slot: Ja (bis zu 2 Terabyte)
  • Dual-SIM: Ja (2. SIM-Karte verwendet microSD-Karten-Slot)
  • Hauptkamera: 12 Megapixel (HTC UltraPixel 3 mit 1,4μm Pixel, ƒ/1,7 Öffnung, OIS)
  • Frontkamera: 16 Megapixel (BSI-Sensor, ƒ/2,0 Öffnung)
  • Akku: 3.000 Milliamperestunden, Quick Charge 3.0
  • Betriebssystem: Android 7.1 Nougat mit HTC Sense
  • Funkstandards: GPS, NFC, Bluetooth 4.2, WLAN (IEEE 802.11 a/b/g/n/ac), Cat 15 LTE
  • Anschlüsse: USB 3.1 Gen 1, Type-C

Üppiger Lieferumfang

An Anschlüssen bietet das HTC U11 nur noch einen USB C-Port. Den Klinkenstecker hat HTC beerdigt. Allerdings liegt anders als beim U Ultra oder HTC 10 Evo dem Smartphone ein entsprechender Adapter bei. Das Signal wird dabei nicht einfach durchgeschliffen, der Adapter ist mit einem eigenen Digital/Analog-Wandler für verbesserte Klangqualität ausgestattet.

Den Lieferumfang komplettiert neben dem oben angesprochenen USonic-Headset und entsprechenden In-Ear-Aufsätzen in verschiedenen Größen ein USB-C-Kabel samt Netzteil. Ein Mikrofasertuch und eine durchsichtige Schutzhülle sind ebenfalls dabei. HTC hat wohl selbst das Problem der extrem Fingerabdruck-anfälligen und rutschigen Rückseite erkannt und legt entsprechende Utensilien direkt in den Lieferumfang.

Preis und Verfügbarkeit

Das HTC U11 ist seit Anfang Juni zu einem UVP von 749 Euro erhältlich. Die aktuellen Straßenpreise liegen allerdings schon unter der 700 Euro-Marke. Farblich bleibt das U11 der Linie des HTC U Ultra treu. Neben dem bekannten Schwarz, Weiß und Blau gibt es mit "Amazing Silver" (Silber) aber eine weitere Farbe. Mitte Juli soll dann auch noch eine rote Version, genannt ''Solar Red'', auf den Markt kommen.

HTC U11: Fazit

Konsequente Weiterentwicklung mit Luft nach oben. 8.3/10

HTC versucht mit dem U11 keinen weiteren Neuanfang, sondern entwickelt das U Ultra weiter. Dabei wird nicht nur die Hardware aufpoliert, mit Edge Sense hält auch ein neues innovatives Feature Einzug, leider auf Kosten des zweiten Screens. Ein Novum im Smartphone-Markt stellt das HTC U11 aber nicht dar, einen druckempfindlichen Rahmen bot zum Beispiel 2015 bereits das ZTE Nubia Z9. Gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte es sich damals nicht, das HTC U11 macht das Feature ebenfalls nicht wesentlich besser. Allerdings: Kamera und Performance sind absolute Oberklasse und auch das mitgelieferte Headset konnte im Test überzeugen.

Das hat uns gefallen

  • Hervorragende Kamera
  • Gutes ANC-Headset im Lieferumfang
  • Dual-SIM-fähig
  • Guter Sound

Das hat uns nicht gefallen

  • Extrem anfälliger Glasrücken
  • Hoher Preis
  • Schlechtes Display-Gehäuse Verhältnis
  • Mäßige Akkulaufzeit
Testnote 8,3 von 10
Georg Bielfeldt
Bewertet von Georg Bielfeldt
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Der Hersteller HTC stellte der netzwelt ein U11-Testexemplar zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Nach Testende ging das U11 wieder an den Hersteller zurück.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

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Prozessor Qualcomm Snapdragon 835 MSM8998
Display S-LCD Color (16M) 1440x2560px (5.5") 534ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel
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  1. Gastkommentar · 

    Ich weiß ja nicht, wie ihr die Akku Laufzeit testet. Aber das U11 hält locker 2 Tage durch, mit 4 Stunden Display Nutzung...

  2. iphonex · 

    Gott seit ihr schlecht. Seit Wann ist HTC ein Chinese, nicht jeder Asiat kommt aus China.

    1. Gastkommentar · 

      Ist korrigiert. Natürlich kommt HTC aus Taiwan.

  3. EricdeBlois · 

    Schon mal einen Intelligenztest gemacht? Durchgefallen, oder? Das HTC hat nämlich einen größeren Bildschirm als das Samsung Galaxy S8. Die Diagonale ist nämlich kein Flächenmaß und daher nur bei gleichem Seitenverhältnis vergleichbar.

    1. netzwelt730 · 

      Hallo Eric, vielen Dank für dein Kommentar. Du hast recht, die Diagonale ist kein Flächenmaß. Allerdings haben wir mit den absoluten Abmessungen die Displayfläche bestimmt und da hat das S8 die Nase vorn, und das Gehäuse ist unbestritten kleiner als das des HTC U11. Wir haben den Sachverhalt im Text verkürzt dargestellt, weil wir ein Online-Magazin und kein Mathe-Leistungkurs sind. Viele Grüße aus der Redaktion. P.S. Im Intelligenztest sind wir durchgefallen, aber dafür haben wir bei Höflichkeit und Umgangsformen aufgepasst ;-)

    2. MaxBedot · 

      netzwelt So schnippisch wie ihr auf den im Kern wertvollen HInweis reagiert, kann ich keine besondere Noten für Höflichkeit und Umgangsformen vergeben, auch wenn ihr euch besser schlagt als Eric. ;-)

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, HTC, Smartphone und HTC U11.

Das HTC U11 wurde ursprünglich mit Android 7.1 "Android Nougat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das HTC U11 die Version 8.0 "Android O" verfügbar.

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