Huawei Mate 9 (Porsche Design) im Kurztest: Die Schöne und das Biest

Mate 8-Nachfolger ausprobiert

Mate 9 neu 4

Huawei bringt mit dem Mate 9 und Mate 9 Porsche Design nicht einen, sondern gleich zwei Nachfolger für sein 6-Zoll-Smartphone Mate 8 in den Handel. Netzwelt stellt euch die Schöne und das Biest im Kurztest näher vor und verrät, worin sich Mate 9 und die Mate 9 Porsche Design Edition voneinander unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

  1. Kirin 960 sorgt für Leistungsschub
  2. So schnell wie am ersten Tag
  3. Mate 9 versus Mate 9 Porsche Design
  4. Leica Dual-Kamera 2.0
  5. Android 7.0 und EMUI 5.0
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit
  8. Datenblatt

 - Für das Huawei Mate 9 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Gute Nachrichten für Besitzer des Mate 9. Ab sofort steht für das Huawei-Smartphone ein Update auf Android 8.0 Oreo zum Download bereit,

Huawei hat in München zwei Phablets vorgestellt, die außer dem Namen wenig gemeinsam haben. Das Huawei Mate 9 in der Porsche Design Edition, nachfolgend kurz Mate 9 Pro genannt, verführt Smartphone-Fans auf den ersten Blick mit seiner eleganten Optik. Egal ob wir das geschwungene QHD-AMOLED-Display oder den auf Hochglanz polierten Aluminiumrücken in Graphitschwarz betrachten; dieses Smartphone ist einfach ein Hingucker.

Eher bieder kommt das reguläre Huawei Mate 9 daher.
Eher bieder kommt das reguläre Huawei Mate 9 daher. (Quelle: netzwelt)

Die Standard-Variante besitzt keinen an den Seiten geschwungenen Bildschirm, die Ränder sind flach. Dafür fällt der Screen mit 5,9 Zoll deutlich größer aus. Das Gehäuse ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt, wirkt aber vergleichsweise bieder. Nicht falsch verstehen, das reguläre Mate 9 ist keinenfalls unansehnlich. Es sieht aber so aus wie sein Vorgänger, und dessen Vorgänger und wie gefühlt 100 andere aktuelle Smartphones am Markt. Aufsehen werdet ihr damit im Freundeskreis nicht erregen.

Die Porsche Design Edition nimmt im Duo also die Rolle der Schönen ein, das reguläre Mate 9 wirkt im Vergleich eher wie Quasimodo. Ein Biest soll das Huawei Mate 9 nach Vorstellungen des chinesischen Herstellers tatsächlich sein - weniger optisch, sondern mehr in Sachen Performance.

Kirin 960 sorgt für Leistungsschub

Der Kirin 960 soll laut Huawei die aktuelle Android-Konkurenz hinter sich lassen. Nur der A10-Prozessor aus dem iPhone 7 ist laut Hersteller dem Huawei-Chip noch überlegen.
Der Kirin 960 soll laut Huawei die aktuelle Android-Konkurenz hinter sich lassen. Nur der A10-Prozessor aus dem iPhone 7 ist laut Hersteller dem Huawei-Chip noch überlegen. (Quelle: AnandTech)

Im Inneren des Mate 9 werkelt ein Octa-Core-Prozessor namens Kirin 960. Er stammt nicht von den großen Chipherstellern Qualcomm beziehungsweise MediaTek, sondern wurde von der Huawei-Tochter HiSilicon entwickelt. Diese hat den Chipsatz erst vor wenigen Tagen in China enthüllt, das Mate 9 ist das erste Smartphone in dem der Prozessor zum Einsatz kommt. Das Huawei P9 setzt noch auf den Vorgänger Kirin 955. Dieser war der Konkurrenz vor allem in der Grafikleistung unterlegen, das soll sich nun ändern. Huawei integriert in den Chip die Grafikeinheit Mali G71, die auch für das Galaxy S8 vorgesehen ist. Sie soll für einen Leistungszuwachs von bis zu 180 Prozent im Vergleich zum Vorgänger sorgen.

Auch die nackte Rechenleistung wird dank einer neuen Rechenkern-Architektur (Cortex-A73) erhöht. Glaubt man den Benchmark-Ergebnissen von HiSilicon, übertrifft der Kirin 960 im GeekBench-Test die Konkurrenz deutlich. Nur Apples im iPhone 7 verwendeter A10-Chip kann hier mithalten.

Ein erster Benchmark-Test von netzwelt bestätigt die Aussagen nur zum Teil. So schließt das Mate 9 in Sachen Performance zwar zur Konkurrenz auf, das Galaxy S7 deklassieren kann das Huawei-Smartphone aber nicht. Das iPhone 7 ist so oder so außer Reichweite.

Benchmark Galaxy S7 (Edge) Huawei Mate 9 Apple iPhone 7
GeekBench (Single-Core) 2.100 Punkte 1.926 Punkte 3.115 Punkte
GeekBench (Multi-Core) 6.139 Punkte 6.010 Punkte 5.510 Punkte
AnTuTu v6.0 131.019 Punkte 123.363 Punkte 178.397 Punkte
3D Mark Sling Shot ES 3.1 2.173 Punkte 2.282 Punkte 2.730 Punkte
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So schnell wie am ersten Tag

Die wahre Performance des Smartphones wird sich letztlich aber erst im Alltag zeigen, der Prozessor selbst ist schließlich nur ein Teil der Performance-Story des Mate 9. Der eigentliche Clou ist ein lernfähiger Algorithmus, der das Verhalten des Nutzers analysiert und die Systemressourcen verstärkt entsprechend des Nutzungsverhaltens verteilt. Sprich: Häufig genutzte Apps erhalten Vorrang im bis zu sechs Gigabyte großen Arbeitsspeicher. So soll sicher gestellt sein, dass Twitter auch nach anderthalb Jahren so schnell auf eurem Mate 9 startet, wie am ersten Tag.

Huawei Mate 9 im Kurztest

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Von der Power des Kirin 960 und dem lernfähigen Algorithmus profitiert ihr übrigens in beiden Modellen. Lediglich bei Display, Telefonie und Speicher gibt es Unterschiede zwischen dem Mate 9 und dem Mate 9 Pro. Das Porschemodell wird mit 6-Gigabyte-RAM und 256-Gigabyte-Gerätespeicher ausgeliefert, das reguläre Mate 9 kommt mit 4-Gigabyte-RAM und 64-Gigabyte-Speicher in den Handel. Immerhin ist der Speicher bei der Standardversion erweiterbar. Dann müsst ihr jedoch auf die Möglichkeit verzichten, eine zweite SIM-Karte einzulegen.

Mate 9 versus Mate 9 Porsche Design

Die Porsche Design Edition bietet dagegen zwei separate SIM-Slots aber halt keinen microSD-Slot. Das Display ist hier mit einer Diagonalen von 5,5 Zoll kleiner, bietet dafür mit 2.560 x 1.440 Pixeln eine höhere Auflösung. Das Mate 9 besitzt zwar ein 5,9-Zoll-Display, muss jedoch mit einer Full HD-Auflösung auskommen. Alle Gemeinsamkeiten und Unterschiede noch einmal auf einen Blick:

Mate 9 Mate 9 Porsche Design
Display 5,9 Zoll IPS Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) 5,5 Zoll Curved-AMOLED QHD (2.560 x 1.440 Pixel)
Prozessor Kirin 960 Octa-Core Kirin 960 Octa-Core
Arbeitsspeicher 4 Gigabyte 6 Gigabye
Gerätespeicher 64 Gigabyte, erweiterbar 256 Gigabyte, nicht erweiterbar
Kamera Dual-Kamera von Leica (12+20 Megapixel) Dual-Kamera von Leica (12+20 Megapixel)
Frontkamera 8 Megapixel 8 Megapixel
Akku 4.000 Milliamperestunden 4.000 Milliamperestunden
Abmessungen 156,9 x 78,9 x 7,9 Millimeter 152 x 75 x 7,5 mm
Gewicht 190 Gramm 169 Gramm

Die neuen Huawei-Phablets sollen nicht nur leistungsstark, sondern wie der Vorgänger Mate 8 auch ausdauernd sein. Huawei verbaut im Mate 9 (Pro) einen 4.000-Milliamperestunden-Akku und verspricht rund zwei Tage Laufzeit - auch für "Heavy-User". Noch dazu soll sich der Akku dank einer neuen Supercharge-Technologie binnen 30 Minuten von 0 auf 58 Prozent laden lassen. Ein zehnminütiges Laden soll laut Huawei bereits ausreichen, um zwei Filme hintereinander auf dem Mate 9 zu gucken. Hierzu müsst ihr jedoch unbedingt das beiliegende Netzteil verwenden. Die Technik ist vergleichbar mit dem im OnePlus 3 verwendeten Dash Charge.

Geladen wird das Mate 9 über den modernen USB Typ C-Anschluss. Dieser unterstützt jedoch noch nicht USB 3.0, sondern lediglich USB 2.0 - was für euch Einschränkungen bei den maximalen Datentransferraten bedeutet.

Leica Dual-Kamera 2.0

Sowohl die Porsche Design-Edition des Huawei Mate 9 als auch das reguläre Modell verfügen über eine Dual-Kamera - wie ihr sie bereits vom Huawei P9 kennt. Eine Kamera nimmt Farbfotos auf, die zweite fotografiert in Schwarz-Weiß (Monochrom). Die Informationen der Monochrom-Kamera werden dazu genutzt, um Schärfe, Kontrast und Detailgrad des Farbfotos zu verbessern. Das ist auch beim P9 so, Huawei geht jedoch noch einen Schritt weiter.

Huawei Mate 9: Kamera-Samples

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Während beim P9 beide Kameras mit zwölf Megapixeln auflösen, besitzt die Monochrom-Kamera beim Mate 9 eine Auflösung von 20 Megapixeln. Die maximale Auflösung der Farbkamera verbleibt dagegen bei 12 Megapixeln. Die zusätzlichen Bildinformationen kommen ins Spiel, wenn ihr zoomt. Das Huawei Mate 9 besitzt keinen optischen Zoom, soll jedoch dank cleverer, in Kooperation mit Leica entwickelter, Algorithmen die Qualität des digitalen Zooms heben. Hierzu werden die durch die höhere Auflösung zusätzlich gewonnen Bildinformationen aus der Monochromkamera genutzt. Das ganze soll dann einem zweifachen Optischen Zoom entsprechen. Zumindest auf dem Smartphone wirkte die Qualität der Zoom-Aufnahmen wirklich gut. Eine orangefarbene Linie markiert in der Kamera-App übrigens den Bereich dieser "Hybridzoom" genannten Technik - so seht ihr, wann ihr in den noch verlustreicheren Digitalzoom abrutscht. Der im Kurztest nur noch Pixelbrei erzeugte.

Überarbeitet hat Huawei auch das Autofokus-System. Während das Mate 8 nur über einen Phasen-Autofokus verfügt, kann das Mate 9 zusätzlich noch auf einen Laserautofokus zurückgreifen. Das sorgt dafür, dass Objekte auch bei schwachen Lichtverhältnissen scharf gestellt werden können. Die zweite Kamera erlaubt zudem das Fokussieren an Hand von Tiefeninformationen und Kontrasten. Zudem rüstet Huawei Unterstützung für 4K-Videoaufnahmen nach. Hier hinkte Huawei zuletzt der Konkurrenz hinterher.

Android 7.0 und EMUI 5.0

Vorbildlich zeigt sich Huawei auch in Sachen Software. Das Mate 9 wird mit der aktuellsten Android-Version 7.0 ausgeliefert, Android 7.1 wird erst im Dezember für Dritthersteller freigegeben werden. Das Sicherheits-Patchlevel ist mit Stand 1. Oktober ebenfalls noch aktuell. Huawei ist zudem eines der ersten Unternehmen, die Googles neue VR-Plattform Daydream unterstützen.

Überzogen ist das Android-System mit Huaweis Nutzeroberfläche EMUI. Sie gleicht die Optik und Bedienung von Android an iOS an. Enthält in der nun mehr fünften Version aber noch zusätzliche Features. Berührt ihr den Bildschirm des Mate 9 etwa mit mehreren Fingern, soll das Smartphone erkennen, ob dies absichtlich oder versehentlich passiert ist und so ungewollte Eingaben einfach ignorieren.

Video: Huawei Mate 9 im Kurztest

Preis und Verfügbarkeit

Das Huawei Mate 9 soll ab Mitte November im Handel erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung lautet 699 Euro. Die Porsche Design Edition ist ab Ende Dezember im Handel erhältlich - zunächst nur in Porsche Design Stores, später auch bei ausgewählten Händlern. Die Stückzahl ist limitiert und der Preis ungleich höher: 1.395 Euro ruft Huawei für das Smartphone auf. Für den Preis erhaltet ihr jedoch nach netzwelt-Informationen nicht nur das Smartphone, sondern auch eine Porsche Design-Lederhülle sowie verschiedene Netzteile, damit ihr euer Mate 9 Porsche Design auch auf Reisen an fast jeder Steckdose aufladen könnt.

Erhältlich ist das Huawei Mate 9 in sechs Farben Weiß, Grau, Silber, Braun, Gold und matt Schwarz. In Deutschland wird der Hersteller davon aber zunächst nur die Farben Silber und Grau (Spacegray) auf den Markt bringen. Die Porsche Design Edition des Mate 9 gibt es dagegen ausschließlich in Schwarz zu kaufen.

Fazit

Huawei zeigt in München zwei tolle Phablets. Schade, dass die optisch ansprechende Version nur eine limitierte Sonderauflage ist. Wie gut die angesprochenen Features wirklich sind, lässt sich in einem kurzen Test jedoch nicht bewerten. Immerhin die verbesserte Dual-Kamera hinterlässt einen ordentlichen Eindruck. Die Langzeitperformance und die Akkulaufzeit benötigen dagegen einen Langzeittest, den wir bereits nach Ende dieses ersten Anfassens starten werden. Besucht diese Seite also regelmäßig wieder. Wir werden den Test nach und nach um weitere Eindrücke erweitern.

Hinweis: Die Reisekosten zur Pressekonferenz nach München wurden von Huawei übernommen. Auf die Berichterstattung hat dies keinen Einfluss. Mehr zum Thema findet ihr auf unserer Transparenzseite.

Huawei Mate 9
Huawei Mate 9 Alternativen

Zur besseren Einordnung und zum Vergleich haben wir die folgenden Alternativen zu Huawei Mate 9 hinterlegt.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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Huawei Mate 9 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Huawei Mate 9 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Huawei Mate 9 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Huawei Mate 9 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Huawei Mate 9 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Huawei Mate 9 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Huawei Mate 9 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor HiSilicon Kirin 960
Display LCD IPS Color (16M) 1080x1920px (5.9") 373ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 4.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Smartphone und Huawei Mate 9.

Das Huawei Mate 9 wurde ursprünglich mit Android 7.0.0 "Android Nougat" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Huawei Mate 9 die Version 8.0 "Android O" verfügbar.

Huawei Mate 9 im Zeitverlauf
1 von 4
  • Mate 9: Huawei senkt Preis am 17. Dezember um 100 Euro

    15.12.2016 Phablet-Fans können am kommenden Samstag, 17. Dezember, beim Kauf des Mate 9 sparen. Wer das Huawei-Smartphone über den Online-Shop von Saturn oder Media Markt erwirbt, und an der Kasse den Code MyMate9 eingibt, erhält das Smartphone 100 Euro günstiger. Effektiv zahlt ihr dann für das Mate 9 nur 579 Euro (Media Markt) beziehungsweise 599 Euro (Saturn) - vorausgesetzt die Händler behalten ihre aktuellen Preise bei. Das Angebot gilt für 24 Stunden. Die Lieferzeit wird beim Kauf angezeigt. Erhältlich sind im Rahmen der Aktion die Farben Moonlight Silver und Space Grey.

    Günstiger gibt es Smartphone derzeit nirgendwo. Ob auch andere Online-Händler ihre Preise im Rahmen der Aktion anpassen werden, bleibt abzuwarten. Ob sich der Kauf des Huawei Mate 9 für euch lohnt, verrät euch unser Testbericht des Huawei Mate 9. Alternativen zum Huawei-Smartphone stellen wir euch in unserer Bestenliste die besten Phablets vor.

    Beachtet im weiteren, dass diese Aktion natürlich nur für das regulare Mate 9 und nicht für die Porsche Design-Edition gilt.

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