Juke: Musik-Flatrate mit Entertainment-Angebot im Test

Streaming-Plattform der Media-Saturn-Holding

Juke

Der Streaming-Dienst Juke wollte in der Vergangenheit ein Allrounder sein und bot neben Musik-Streaming auch Filme, Bücher oder Games zum Abruf an. Nach einem großen Reboot setzt Juke den Fokus nun ausschließlich auf Musik. Ob der Dienst auf Augenhöhe mit der Konkurrenz ist und ob sich das Angebot sehen lassen kann, hat netzwelt für euch getestet.

Juke gibt es bereits seit Herbst 2011. Der zur Media-Saturn-Holding gehörende Dienst hat sein Angebot in der Zwischenzeit ausgedehnt, bietet seit dem kürzlich erfolgten Relaunch nicht nur eine Musikflatrate, sondern auch ein Video-on-Demand-Angebot für Filme und Bücher sowie einen Shop für Games und Software. Zuvor waren diese Entertainment-Angebote bei den Elektronikmärkten der Gruppe, Media Markt und Saturn, in Einzel-Shops zugänglich. Netzwelt konzentriert sich beim Test vor allem auf das Musikstreaming-Angebot, um es mit den Wettbewerbern zu vergleichen.

Der Zugang zur Entertainment-Platttform kann in Form eines dreimonatigen kostenlosen Probe-Abonnements erfolgen. Alternativ greift man gleich zur monatlich kündbaren Flatrate für zehn Euro. Neu sind Prepaid-Pakete für drei oder sechs Monate, bei denen sich das Abonnement nicht automatisch verlängert. Die Bezahlung erfolgt entweder über ein Guthabenkonto, das mit in den Elektronikmärkten erhältlichen Gutscheinkarten aufladbar ist, oder per Kreditkarte beziehungsweise Paypal. Beim Guthabenkonto hinterlässt der Abonnement logischerweise keine Kreditkarten-Daten.

Juke
Plattformen iOS, Android, Browser
Angebote Musikstreaming-Flatrate
Musikauswahl 46 Millionen
Audioqualität Musikstreaming Desktop: 320 Kbit/s; mobil: 48, 192 oder 320 Kbit/s
Funktionen Empfehlungen ähnlicher Künstler, Stream-Radio
Preis 10 €/Monat

Plattformen

Juke bietet wie die Konkurrenz Zugriff per Browser, mobiler App und Entertainment-Hardware. Per Browser auf dem Desktop müssen abhängig vom Browser eine Reihe an Voraussetzungen erfüllt werden, will man auch Videos genießen - eine Installation von Flash und Silverlight etwa. Fürs Musikstreaming reicht aber ein aktueller Browser. Eine Extra-Desktop-Anwendung für Juke gibt es nicht.

Musik-Streaming: So spart ihr bares Geld

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Mobil werden derzeit iOS und Android in Form von Einzel-Apps für Musik, Filme und Bücher unterstützt, eine Anwendung für Windows Phone soll folgen. Die Reihe an Partnern, mit denen dedizierte Anwendungen entwickelt wurden, wächst beständig. Aktuell gibt es Juke auf Samsung- und LG-Fernsehern, Philips-, Sonos-, Peaq-, Yamaha-, Bluesound/NAD- und Humax-Systemen. Google Chromecast wird ebenfalls unterstützt.

Systemvoraussetzungen
iOS iPhone und iPad mit iOS 9 oder höher
Android Smartphones und Tablets mit Android 5.0 oder höher
Mac und Windows Browser
Browser Internet Explorer 9, Chrome 11, Mozilla Firefox 4, Safari 6, Opera 15 oder eine aktuellere Version

Musikauswahl

Mit einer 46 Millionen Songs umfassenden Musikbibliothek steht Juke den Mitbewerbern auf dem Papier in nichts nach. Mit einer eigenen Liste an Alben und Songs machten wir aber die Probe aufs Exempel und testeten den Katalog stichprobenartig auf Umfang. Das Ergebnis: 77 Prozent unserer Alben und Songs finden wir im Archiv des Anbieters – dieselbe Quote wie bei Spotify und nur leicht schlechter als das Ergebnis von Apple Music und Deezer. Insgesamt ein gutes Resultat.

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Qualität

Juke setzt auf HE AAC zur Codierung der Dateisignale und auf Dolby Audio zur Optimierung. Auf dem Desktop stehen 320 Kilobit pro Sekunde zur Verfügung, als Fallback-Lösung wird auf 192 Kilobit pro Sekunde heruntergeregelt; eine Einstellmöglichkeit gibt es nicht. Mobil kann die Bitrate unter Einstellungen in "Optimiert" (48 Kilobit pro Sekunde), "Hoch" (196 Kilobit pro Sekunde) und "Extrem“ (320 Kilobit pro Sekunde) eingestellt werden.

Auch bei Juke haben wir an der Soundqualität nichts zu mäkeln. Bei der standardmäßig voreingestellten "optimierten" Einstellung auf Smartphones und Tablets muss man allerdings geringfügige Einbuße in Kauf nehmen. Am besten gefiel die Qualität im Hörtest auf dem Desktop.

Juke kann man auch im Prepaid-Abo nutzen – bezahlen kann man unter anderem mit Gutscheinkarten.
Juke kann man auch im Prepaid-Abo nutzen – bezahlen kann man unter anderem mit Gutscheinkarten. (Quelle: Juke)

Handhabung

Juke hat nicht nur ein neues Logo bekommen, sondern auch eine neue Navigation, die sich am erweiterten Medienangebot orientiert. Auf dem Desktop ist die Navigation in Musik, Filme & Serien, Bücher, Spiele und Software unterteilt; auf mobilen Geräten stehen Einzelapps für die Bereiche zur Verfügung, zwischen denen man über die Einstellungen hin- und herwechseln kann. Wegen des vergleichsweise kleineren Bildschirms auf Smartphones und Tablets ein verständlicher Zug.

Auf dem Desktop wie mobil gestalten Kacheln für Künstler, Alben, Mixtapes und weitere Bereiche den Einstieg in das Musikstreaming-Archiv. Via PC und Mac fällt das Speichern von Künstlern in der persönlichen Bibliothek, die Erstellung einer Playlist, Hinzufügen von Songs zur Warteschleife und andere Dialoge über interaktive Elemente auf dem Desktop leichter – mobil ist immer zunächst der Aufruf der jeweiligen Unterseite für weitere Aktionen nötig.

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Favoriten kann man schnell per "Sternchen" im eigenen Archiv ablegen. Ein Vor- und Zurückspulen ist auf dem Desktop über die kleine Wiedergabe-Anzeige unten links möglich; mobil funktioniert dies in der Detailansicht einzelner Songs. Ärgerlich und nervig: Die relativ träge Suche liefert verwirrende Ergebnisse mit Bildelementen, die auf Unterseiten fehlen. Auch doppelte Einträge für Künstler sind zu finden. Die Suche listet zuerst Alben, dann Songs, Künstler und weitere Einträge untereinander.

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Empfehlungssystem und Soziale Netzwerke

Der Einstieg in die Musikbibliothek über ein Empfehlungssystem, Genres, Mixtapes und das eingebaute Webradio ist im Vergleich zur Konkurrenz deutlicher reduzierter. Das auf Analyse der Musik der Künstler basierende Empfehlungssystem weist auf ähnliche Musiker hin. Ein "Artist-Radio", das eine Auswahl eines Künstlers zulässt und dann automatisch einen Musik-Mix im Stream zusammenstellt, gibt es bei Juke auf Sonos-Systemen. Die Mixtapes sind wenig einladend gestaltet – auch die jeweiligen Namen der Abspiellisten machen kaum Geschmack auf mehr. Soziale Netzwerk-Funktionen fehlen (noch). Eine Download-Funktion im Bereich Musik gibt es auf mobilen Geräten, nicht aber auf dem Desktop.

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Extrafunktionen

Bis zu fünf Geräte lassen sich mit einem Juke-Account verbinden. Mit Büchern, Filmen, Games und Software ist die Medienauswahl klar breiter gestreut als bei anderen Plattformen, aber die Flatrate gibt es bei Juke aktuell nur für Musik.

Juke: Fazit

Musikstreaming mit guter Auswahl, aber viel Verbesserungspotenzial 6.2/10

Bei der Musikauswahl und der Qualität kann das neu gestaltete Juke der Konkurrenz durchaus Paroli bieten. Bei einigen Bedienungsfunktionen, den Einstiegsmöglichkeiten in die Musikdatenbank und den Extrafunktionen muss Media-Saturn nachjustieren. Hier hinkt Juke der Konkurrenz hinterher.

Das hat uns gefallen

  • gute Audioqualität
  • großes Musikangebot
  • Prepaid-Tarif

Das hat uns nicht gefallen

  • keine Künstler-Biografien
  • kein Empfehlungssystem
  • keine Hörbücher und Hörspiele
Testnote 6,2 von 10
Marinus Martin
Bewertet von Marinus Martin
5,0 / 10
Bedienung

Bedienung Design, Menüführung, Übersichtlichkeit

5,0 / 10
Plattformunterstützung

Plattformunterstützung Smartphone, Tablet, PC, Mac, Entertainment-Hardware wie Audiosysteme

8,0 / 10
Musikauswahl

Musikauswahl Titelanzahl/Prüfung der Auswahl anhand einer Liste an Alben und Songs

8,0 / 10
Qualität

Qualität Hörtest am Computer und auf mobilen Geräten mit verschiedenen Einstellungen

5,0 / 10
Extrafunktionen

Extrafunktionen Offline-Modus, Live-Zugriff mit mehreren Accounts, Player-Software, kuratierte Playlisten, Videos, Hörbücher, Soziale Netzwerke

Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

7
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Bestenlisten

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Audio, Business, Internet, E-Book Reader, Juke, Audio & Musik und Online-Musikdienst.

Links zum Thema
Juke im Zeitverlauf
1 von 2
  • Juke: Musikstreaming-Portal wird zur Entertainment-Plattform

    03.08.2015 Die Media-Saturn-Holding, zu der auch die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn gehören, baut seinen Musikstreaming-Dienst Juke um und erweitert dessen Design und Funktionen beträchtlich. Zum Softlaunch am heutigen 3. August erscheint der Dienst nicht mehr in türkis-schwarz, sondern in gelb-schwarz. Im Mittelpunkt der Generalüberholung stehen aber die Inhalte: Juke umfasst künftig nicht mehr nur das Musikstreaming, sondern auch Filme und Serien, Bücher (E-Books), Games und Software. "Das digitale Entertainment ist auf dem Weg zum Massenmarkt. Darum starten wir jetzt mit dem neuen Juke“, sagt Eva Simmelbauer von der Media-Saturn-Holding.

    Das im modernen Fluid Design renovierte Portal beinhaltet nach wie vor das Musikstreaming mit mehr als 30 Millionen Tracks und einer monatlich kündbaren Flatrate für zehn Euro. Musik kann per Browser oder via App gestreamt werden und erfolgt im Dolby Audio-Format - die Qualität passt sich der verfügbaren Bandbreite an. Mobil stehen Bitraten zwischen 96 und 320 Kilobit pro Sekunde als Einstellungsparameter zur Verfügung. Streaming-Titel und -Alben können auch heruntergeladen werden – für den Fall, dass keine Internetverbindung vorhanden ist. Abseits der Datenströme ist es auch möglich, Musik zu kaufen: Im Einzelkauf kosten Songs zwischen 69 Cent und 1,29 Euro, Alben sind für acht bis zehn Euro zu haben.

    Der Bereich Video (Filme & Serien) ist im Gegensatz zur Sektion Musik ein reiner Download-Shop, Filme stehen allerdings zur Leihe zur Verfügung. Wie Sebastian Trautschold von der Media-Saturn-Holding betont, sei man auch offen für Videostreaming. "Wir warten ab, wohin sich der Markt bewegt."

    Filme und Serien gibt es in SD- und HD-Qualität. Nach Kauf des Films hat der Nutzer 30 Tage Zeit mit der Wiedergabe zu beginnen; nach Start des Titels hat man 48 Stunden Zeit, sich die Datei komplett anzuschauen. Zur Auswahl stehen insgesamt mehr als 15.000 Filme, Serien und Dokumentationen. Die Preise: Filmtitel zur Leihe gibt es ab zwei Euro, als Kauftitel ab drei Euro. Serien kosten pro Folge ab einen Euro, eine Staffel ab 15 Euro. Die Preise werden an die Kosten in den physischen Elektronikmärkten angepasst. Zum Start gibt es auch DVD- oder Bluray-Titel in den Märkten mit einem entsprechenden Download-Code für Juke zum kostenlosen Herunterladen der Datei aus dem Internet.

    Für den Jugendschutz lassen sich Filme ab FSK 16 über eine PIN-Nummer vor dem Zugriff schützen, FSK 18-Titel bedürfen einer Online-Altersverifikation (Schufa-Abfrage). Ein Stop & Go-Modus ermöglicht das Weiterverfolgen eines Films auf anderen Endgeräten.

    Wie der Film- und Serienbereich sind auch die Angebote Bücher (E-Books) sowie Games & Software reine Download-Shops. Die Bibliothek elektronischer Bücher umfasst 1,5 Millionen Titel in den Formaten EPUB, PDF, PDF und txt (reine Textdatei). Die Preise orientieren sich wegen der Buchpreisbindung am festen Ladenpreis. Neben deutschen stehen auch fremdsprachige Titel im Shop-Angebot.

    Im Bereich Games & Software stehen 2.400 Spiele und die gleiche Anzahl Software-Titel zum Kauf zur Verfügung. Wie im Bereich Filme & Serien sind USK 16-Titel durch eine PIN geschützt, bei USK 18-Spielen wird das Alter per Schufa gegengeprüft.

    Auf mobilen Geräten stehen die drei Bereiche Musik, Filme & Serien und Bücher als jeweils einzelne Apps zum kostenlosen Download zur Verfügung. Ein schneller Wechsel von App zu App ist über die Hauptnavigation jeder einzelnen Anwendung möglich. Games & Software gibt es über den Browser auf dem jeweiligen Gerät zu kaufen.

    Apps gibt es für iOS, Android und Windows 8. Weitere Plattformen, die unterstützt werden: Fernseher von LG, Samsung, die Musiksysteme BlueSound und Sonos, Peak sowie der HDMI-Stick Google Chromecast und Humax-Receiver. Alle Geräte mit Android 5.0 Lollipop sollen ebenfalls künftig Unterstützung erhalten. Eine Windows Phone-App kommt wahrscheinlich ebenfalls hinzu, ließ Media-Saturn durchblicken.

    Wie das Unternehmen gegenüber netzwelt mitteilte, werden bis zu fünf Geräte pro Account unterstützt. Juke-Gutscheinkarten ermöglichen das Hinzufügen von Guthaben zum jeweiligen Zugang. Wer bei Juke einkaufen will, kann die Zahlung aber auch per Kreditkarte oder Paypal-Konto abwickeln.

    Ihr wollt keine Videos leihen oder kaufen, sondern übers Internet streamen? Video-Streaming-Dienste im Test: Netflix, Maxdome, Watchever und Co. im Vergleich.

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