LG X mach im Test: Mittelklassen-Smartphone mit wechselbarem Akku

Neue Hardware in "alter" Hülle

LG X Mach 7

Der Akku lässt sich heute kaum noch bei einem Smartphone wechseln, schon gar nicht bei höherpreisigen Geräten ab 400 Euro. Denkste! LG bringt mit dem "X mach" ein Mittelklassen-Smartphone für 450 Euro mit wechselbarem Akku auf den Markt. Ein attraktives Angebot? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit & Alternativen
  7. Datenblatt

LG gibt seinen Mittelklassen-Smartphones der X-Serie klangvolle Namen, die herausragende Eigenschaften der Geräte beschreiben sollen. So gibt es etwa das X Cam für Smartphone-Fotografen, das X Power für Nutzer, die auf eine lange Akkulaufzeit wert legen, das X Screen für Nutzer, denen ein Bildschirm nicht genug ist und nun halt auch das X mach für - ja wofür steht das "mach" eigentlich? Wen will LG mit diesem Smartphone ansprechen? Finden wir es gemeinsam heraus.

Design und Verarbeitung

Beim Auspacken überkommt uns Wehmut. Das LG X mach lässt in Bezug auf Verarbeitung und Design Erinnerungen an legendäre Smartphones wie das Galaxy S3 wach werden. Von Glas und Metall fehlt hier jede Spur. Das Gehäuse besteht zu 100 Prozent aus Plastik. Der Rahmen ist in Metallic-Optik gehalten. Das Design war mal schick, wirkt heutzutage aber nicht mehr zeitgemäß. Neidische Blicke werdet ihr als Besitzer des LG X mach sicher nicht ernten.

Dafür ist die Verarbeitung ordentlich. Die Rückseite unseres weißen Testgeräts ist matt und nicht glänzend wie etwa beim Galaxy S3. Das hat den Vorteil, dass Schmutz und Fingerabdrücke nicht so schnell auf dem X mach zu sehen sind. Alternativ gibt es das X mach auch in Schwarz zu kaufen.

In der Hand wirkt das X mach vergleichsweise klein. Dabei ist doch auf der Verpackung von einem 5,5-Zoll-Display die Rede. Der Trick: Das LG X mach ist deutlich kürzer als die meisten Phablets, wodurch es nicht so gigantisch groß wirkt. Leider ist es dafür aber breiter, was bei Nutzern mit kleinen Händen für Probleme sorgen kann. Probiert vor dem Kauf unbedingt aus, ob ihr auch mit dem Daumen beim Tippen alle Tasten der Bildschirmtastatur erreicht.

Bevor wir das LG X mach in Betrieb nehmen können, müssen wir das Cover lösen und den beiliegenden Akku in das Smartphone einlegen. Heute eine Seltenheit, vor ein paar Jahren noch Standard. Schon wieder so ein "Erinnerst du dich noch?"-Moment. Steht das "mach" in X mach etwa für Melancholie?

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Wohl eher nicht. Vielleicht ist das "mach" aber auch eine Abkürzung für "Machine"? Denn die Hardware des LG X mach kann sich durchaus sehen lassen. Der 5,5 Zoll große Screen löst in QHD auf, also mit 2.560 x 1.440 Pixeln. Das bietet in der Mittelklasse nicht einmal das viel gepriesene OnePlus 3T.

Unter der Haube werkelt allerdings nur der Hexa-Core-Prozessor Snapdragon 808. Der Chip zählte vor knapp zwei Jahren noch zur Creme-de-la-Creme der Smartphone-Prozessoren und kam unter anderem im Lumia 950 und dem LG G4 zum Einsatz. Auch knapp zwei Jahre nach Release bietet der Chip noch genug Power, um den größten Teil der alltäglichen Aufgaben eines Smartphones mühelos zu bewältigen. Allerdings erhaltet ihr in der Preisklasse des LG X mach auch bereits deutlich leistungsfähigere Geräte wie etwa das Honor 8.

Der Gerätespeicher ist mit 32 Gigabyte ausreichend dimensioniert und kann bei Bedarf per microSD-Karte erweitert werden. Auf die Funktion Adoptable Storage müsst ihr aber verzichten. LG hat sie aus seiner Android 6.0-Implementation entfernt.

Entsperrt wird das LG X mach wahlweise per PIN, Muster, Passwort oder per Fingerabdruck. Der Sensor befindet sich dabei auf der Rückseite unterhalb der Kamera und arbeitete im Test zuverlässig und schnell.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des LG X mach ist befriedigend. Gesprächspartner sind zu verstehen, klingen aber eher dumpf, so als ob sie erkältet wären. Störgeräusche werden so gut wie nicht gefiltert. Bei einem Preis von 450 Euro darf man durchaus mehr erwarten.

Strom bezieht das LG X mach aus einem 3.000-Milliamperestunden-Akku. Dieser erzielte im Batterie-Test von PC Mark eine On-Screen-Laufzeit von vier Stunden und 28 Minuten. Das reicht bei durchschnittlicher Nutzung, um durch den Tag zu kommen. Abends muss das LG X mach dann aber wieder an die Steckdose. Heavy-User müssen dagegen mitunter bereits tagsüber einige Energiesparmaßnahmen ergreifen.

Die Batterie ist allerdings nicht fest verbaut, sondern lässt sich vom Nutzer mit zwei Handgriffen wechseln. Das ist bei Smartphones 2017 eine Seltenheit! Wer will, kann also immer ein oder gleich mehrere Ersatzakkus mit sich führen. Die Batterie vom Typ BL-51YF wird im Netz bereits für rund zehn Euro gehandelt. Ein Ersatzakku ist damit mitunter sogar billiger und platzsparender als das Mitführen einer Powerbank.

Ist der Akku des LG X mach leer, benötigt er zum Laden mit dem beiliegenden Netzteil knapp drei Stunden. Wem dies zu lange dauert, kann ein Quick Charge-fähiges Netzteil erwerben. Dies reduziert die Ladezeit deutlich. Im Test benötigte das X mach dann weniger als zwei Stunden, um den Akku vollständig zu laden. Bei einem 400-Euro-Smartphone dürft ihr aber eigentlich erwarten, dass ein entsprechendes Netzteil beiliegt. Zum Laden und zum Datenaustausch verfügt das LG X mach übrigens noch über einen herkömmlichen microUSB-Anschluss. Eigentlich ist in dieser Preisklasse bereits USB C Standard.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen bietet das LG X mach eine 12,3-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 8-Megapixel-Frontkamera. Die hintere Kamera des LG X mach soll dank größerer Pixel auch bei schwachen Lichtverhältnissen gute Bilder machen. LG verwertet hier offenbar noch einmal den Bildprozessor des Nexus 5X und der liefert im X mach ebenfalls eine gute Performance. Davon könnt ihr euch in der folgenden Mediengalerie überzeugen. Leider müsst ihr jedoch auf einen Pro-Modus verzichten. Die Bildparameter könnt ihr beim LG X mach also nicht selbst beeinflussen.

LG X mach: Kamera-Samples

3 Bilder
Zur Galerie

Preis und Verfügbarkeit

Das LG X mach ist seit Dezember in Deutschland verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) lautet 449 Euro. Aktuell wird das Smartphone vereinzelt aber auch zu höheren Preisen gehandelt. Aktuelle Angebot für das LG X mach findet ihr nachfolgend.

LG X mach: Fazit

Teures Mittelklasse-Smartphone mit wenig Extras 6.8/10

Das LG X mach ist ein ordentliches Mittelklassen-Smartphone, das sich außer mit dem wechselbaren Akku aber kaum von der Konkurrenz abhebt. Dennoch ruft LG einen weitaus höheren Preis für das X mach aus als die Konkurrenz für ihre Produkte. Zur UVP ist dieses Smartphone kein guter Deal! Aber immerhin wissen wir mittlerweile, wofür das "mach" steht. Laut LG wurde das Smartphone nach dem X-Men-Helden Quicksilver benannt, der sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 100 bewegen kann. "Mach" ist dabei eine Kennzahl, die das Verhältnis der Geschwindigkeit eines Körpers zur Schallgeschwindigkeit des umgebenden Fluids angibt.

Das hat uns gefallen

  • wechselbarer Akku
  • hochauflösender Screen

Das hat uns nicht gefallen

  • mäßige Akkulaufzeit
  • kein Quick Charge-Netzteil im Lieferumfang
  • kein manueller Kamera-Modus
  • kein USB C
Testnote 6,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

8,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

7,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt mehrere Wochen leihweise von LG zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

Weitere Angebote anzeigen
8
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt LG X mach selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 8 von 10 möglichen Punkten bei 21 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

LG X mach wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

LG X mach - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des LG X mach im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das LG X mach mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Snapdragon 808 MSM8992
Display LCD IPS Color (16M) 1440x2560px (5.5") 534ppi
RAM 3 GB
Gerätespeicher 32 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 13 Megapixel
Alle Details anzeigen

Das könnte dich auch interessieren

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Smartphone und LG X mach.

Links zum Thema
zur
Startseite

zur
Startseite