Motorola Moto C im Test: Neuer Preisbrecher oder Elektroschrott?

100-Euro-Smartphone ausprobiert

Motorola Moto C 8

Mit dem Moto G bewies Motorola in den vergangenen Jahren, dass es auch für unter 200 Euro gute Smartphones zu kaufen gibt. Mit dem Moto C will Motorola euch nun für nur knapp 100 Euro ein brauchbares Android-Smartphone liefern. Ist das Moto C ein neuer Preisbrecher oder gehört es gleich auf den Elektroschrott? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  4. Kamera
  5. Preis und Verfügbarkeit
  6. Fazit & Alternativen

Mit dem 169-Euro-Smartphone Moto G feierte Motorola 2013 ein von vielen nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback. Trotz des niedrigeren Preises mussten Käufer damals keine nennenswerten Abstriche bei Performance, Ausstattung und Nutzererlebnis machen. 2017 will Motorola diesen Erfolg eine Preisklasse "tiefer" wiederholen. Das Moto C soll für knapp 100 Euro ein solides Smartphone-Erlebnis liefern. Wir haben den neuen mutmaßlichen Preisbrecher für euch getestet.

Design und Verarbeitung

Motorola lehnt das Design seines "Billigheimers" an das des 200-Euro-Smartphones Moto G5 an. Die Kamera ist auf der Rückseite mittig platziert. Das Modul ist rund und steht ein Stück aus dem Gehäuse hervor. Unterhalb der Kamera ist das Motorola "M" zu finden. Es liegt ein wenig vertieft im Gehäuse. Einziger Unterschied zum Moto G5: Die Rückseite weist Aussparungen für den Lautsprecher auf.

Motorola Moto C in Bildern

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Ein weiterer Unterschied zu den teureren Motorola-Modellen ist die Verarbeitung. Das Moto C ist nicht aus Metall gefertigt, sondern besteht aus Kunststoff. Dieser fühlt sich zwar nicht gerade wertig an, besitzt dank seiner wabenartigen Oberflächenstruktur aber einen guten Grip. Erhältlich ist das Moto C in verschiedenen Farben. In Deutschland wird es derzeit in Schwarz, Rot und Gold angeboten. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die goldene Farbvariante.

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Während das Moto C in der Hand durchaus einen gefälligen Eindruck macht, gibt es nach dem Einschalten den ersten Schreckmoment. Das Display des Smartphones ist für heutige Verhältnisse eine Katastrophe. Über die niedrige Auflösung von 854 x 480 Pixeln lässt sich zwar aufgrund des Preises noch hinwegsehen, die blassen Farben, die starke Blickwinkelabhängigkeit und die mangelnde Leuchtkraft des Screens machen das Ablesen von Inhalten aber auch ohne direkte Sonneinstrahlung zu einem Glückspiel. Im Test reichte eine minimale Neigung des Smartphones in der Vertikalen und schon war die Hälfte des Screens nicht mehr lesbar.

Nicht viel besser sieht es in Sachen Rechenpower aus. Unter der Haube werkelt beim Moto C der MediaTek-Chip MT6737M. Der Quad-Core-Prozessor gehörte bereits zum Release im Mai 2016 nicht zu den schnellsten Chipsätzen am Markt. Seine Leistung reicht heute gerade noch so aus, um eine überwiegend flüssige Bedienung des Smartphones zu garantieren. Ab und an dauert der Start einer App aber etwas länger, und beim Zocken kommt es zu Rucklern. Probleme bekommt das Moto C dabei nicht nur bei grafikintensiven Spielen wie Asphalt 8, auch das eher "harmlosere" Wort Guru oder Super Mario Run brachten das Smartphone im Test ans Limit. Bei Mario kam das Smartphone vor allem ins Stocken, wenn zahlreiche Gegner auf dem Screen zu sehen waren, bei Wort Guru stockte das Moto C bei den Zwischenanimationen. Dabei wird das Moto C hierzulande sogar in einer Premium-Variante mit zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und 16 Gigabyte Gerätespeicher ausgeliefert. In anderen Ländern gibt es das Moto C dagegen nur mit 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 8 Gigabyte Gerätespeicher. Der Gerätespeicher kann übrigens per microSD-Karte noch erweitert werden, dank Adoptable Storage könnt ihr auch Apps auf die Speicherkarte auslagern.

Ausgeliefert wird das Moto C mit purem Android - genauer gesagt Android 7.0 Nougat. "Pures Android" bedeutet in diesem Fall wirklich pures Android - selbst die Gestensteuerung "Moto" fehlt auf dem Smartphone. Wird sie noch per Update nachgeliefert werden? Eher nicht. Generell solltet ihr euch beim Moto C keine Hoffnungen auf jahrelangen Software-Support machen. Auf der Liste für ein Update auf Android 8.0 vorgesehener Motorola-Smartphones, fehlt das Moto C. Das Sicherheitspatch-Level ist derzeit noch auf dem Stand vom 5. Juni 2017 - ein Update gab es während des gesamten Testzeitraums nicht. Dabei hat Google bereits den September-Sicherheitspatch veröffentlicht.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Das Moto C benötigt zum Betrieb keine Nano-SIM-Karte, ihr könnt die älteren Micro-SIM-Karten weiternutzen. Ein Pluspunkt! Zudem bietet das Smartphone einen dezidierten Schacht für eine zweite SIM-Karte. Ihr könnt also das Moto C mit zwei SIM-Karten und eingelegter Speicherkarte betreiben. Bei den meisten Dual-SIM-Smartphones müsst ihr euch dagegen zwischen einer zweiten SIM-Karte und der Erweiterung des Speichers mit einer microSD-Karte entscheiden. Das ist ebenfalls löblich.

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Allerdings werdet ihr nur selten mit dem Moto C telefonieren, die Sprachqualität bewegte sich im Test auf "Blechdosen-Niveau". Die Gesprächspartner und die eigene Stimme klangen extrem künstlich. Störgeräusche werden kaum gefiltert, selbst bei kurzen Telefonaten muss man sich so extrem konzentrieren, um alles zu verstehen.

Der Akku des Moto C bietet eine Kapazität von 2.350 Milliamperestunden. Im Akku-Test von PCMark erzielt das Smartphone eine Laufzeit von acht Stunden und 18 Minuten. Ihr kommt also mit einer Akkuladung durch den Tag. Abends muss das Moto C dann an die Steckdose - allerdings nur für kurze Zeit. Im Test war es binnen 55 Minuten wieder aufgeladen. Bei Bedarf könnt ihr den Energiespeicher übrigens wechseln.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen stellt das Moto C eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2-Megapixel-Frontkamera bereit. Videos zeichnen beide Kameras maximal in HD auf. Die mit den Kameras gemachten Fotos taugen jedoch maximal als Gedankenstütze. Selbst bei strahlenden Sonnenschein gelingen nur mäßige Aufnahmen. Wenig Details und ein schlechter Dynamikumfang sind die hauptsächlichen Mängel der Aufnahmen. Ihr könnt euch mit Hilfe der folgenden Mediengalerie selbst einen Eindruck von der Bildqualität des Moto C machen.

Moto C: Kamera-Samples

4 Bilder
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Preis und Verfügbarkeit

Das Moto C ist seit Anfang August in Deutschland erhältlich. Motorola ruft für das Smartphone hierzulande eine unverbindliche Preisempfehlung von 109 Euro aus. Aktuelle Angebote zum Motorola-Smartphone findet ihr am Ende des Artikels.

Motorola Moto C: Fazit

Günstig, aber nicht gut 4.3/10

In den vergangenen Jahren hat Motorola mit dem Moto G bewiesen, dass Smartphones günstig und trotzdem gut sein können. Beim Moto C ist dies anders. Das Smartphone ist zwar günstig, aber alles andere als gut - vor allem das schlecht ablesbare, blasse Display disqualifiziert das Moto C.

Das hat uns gefallen

  • getrennte Slots für zweite SIM- und microSD-Karte
  • Micro-SIM
  • Akku wechselbar

Das hat uns nicht gefallen

  • schlecht ablesbares Display
  • mäßige Performance
Testnote 4,3 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
5,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

3,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

4,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

5,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt für einen Monat von Motorola zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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