Galaxy Note 9 im Test: Samsungs Ding-Kong

XXL-Smartphone ausprobiert

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von Jan Kluczniok
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Galaxy Note 9 Teaser

Welches Label passt zum riesigen Galaxy Note? Handy? Smartphone? Phablet? So ganz ließ sich das große "Ding" noch nie in eine Schublade stecken. Und angesichts steigender Display-Diagonalen bei den Alternativen droht Samsungs großer "Ding-Kong" im Smartphone-Dschungel langsam unterzugehen. Mit dem Note 9 samt neuem S Pen-Stift will der Hersteller dies verhindern. Unser Test verrät, ob es gelingt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Display
  3. Performance und Ausstattung
  4. Software
  5. S Pen
  6. Sprachqualität und Dual-SIM
  7. Akkulaufzeit
  8. Kamera
  9. Preis und Verfügbarkeit
  10. Fazit & Alternativen
  11. Datenblatt

 - Für das Samsung Galaxy Note 9 ist eine neue Betriebssystemversion verfügbar

Samsung verteilt aktuell ein weiteres Software-Update für das Galaxy Note 9, das die Kamera verbessert. Erfahrt bei netzwelt, wie ihr die Aktualisierung durchführt.

Das Galaxy Note ist für Samsung ein ganz besonderes Handy. Mit seinem für damalige Verhältnisse übergroßen Bildschirm und dem Bedienstift wirkte das Modell bei seinem Debüt 2011 gleichermaßen grotesk und aus der Zeit gefallen. Doch der Erfolg gab Samsung recht. Das Modell begründete die Kategorie der Phablets und sorgte für einen Wandel des öffentlichen Bildes von Samsung. Aus der "Copycat" aus Fernost wurde der innovative Technologieführer aus Seoul.

Samsung Galaxy Note 9 Unboxing

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Vom Glanz früherer Tage ist jedoch nicht mehr allzu viel übrig. Vor allem der Rückruf des Galaxy Note 7 wegen Brand- und Explosionsgefahr hat dem Image der Serie geschadet. War das Galaxy Note in den Anfangsjahren noch allein auf weiter Flur, ist heutzutage zudem quasi fast jedes zweite Handy ein Phablet. Konkurrenz hat das Note 9 nicht nur durch das Galaxy S9+ aus eigenem Haus, auch Apple, Google, Huawei und OnePlus bieten mittlerweile recht erfolgreiche XXL-Smartphones an.

Braucht es da überhaupt noch ein Galaxy Note 9 oder sollte Samsung den Phablet-Urvater in den wohlverdienten Ruhestand schicken und auf das Galaxy S9 Plus setzen? Finden wir es in den folgenden Zeilen heraus.

Design und Verarbeitung

Das Design des Note 9 ist alles andere als überraschend. Auf den ersten Blick ist kaum ein Unterschied zum Vorgänger Galaxy Note 8 zu erkennen. Dafür hebt sich das Samsung-Handy aber deutlich von der Konkurrenz ab. Anders als Huawei, LG oder OnePlus kopiert der südkoreanische Hersteller nicht das iPhone X-Design. Das Note 9 kommt ohne Einkerbung im Display, im englischen Notch genannt, daher.

Stattdessen setzt Samsung auf das mit dem Galaxy S8 eingeführte Infinity Display. So weist das Note 9 links und rechts abgeknickte Displayränder auf, die den Eindruck vermitteln, als erstrecke sich der Screen über den Rand des Smartphones hinaus. Mit 6,4 Zoll weist das Note 9 zudem die bislang größte Bilddiagonale eines Samsung-Handys auf und auch die Konkurrenz kann in Sachen Displaygröße mit dem Note 9 nicht mithalten, wie die folgende Tabelle zeigt.

Modell Galaxy Note 9 Galaxy S9 Plus Apple iPhone X Huawei P20 Pro OnePlus 6
Display 6,4 Zoll 6,2 Zoll 5,8 Zoll 6,1 Zoll 6,28 Zoll
Screen-to-Body-Ratio 83,4 Prozent 84,2 Prozent 82,9 Prozent 82 Prozent 83,8 Prozent
Abmessungen 161,9 x 76,4 x 8,8 Millimeter 158,1 x 7,8 x 8,5 Millimeter 143,6 x 70,9 x 7,7 Millmeter 155 x 73,9 x 7,8 Millimeter 155,7 x 75,4 x 7,8 Millimeter
Gewicht 201 Gramm 189 Gramm 174 Gramm 180 Gramm 177 Gramm

Die Tabelle offenbart aber auch die größte Schwäche des Note 9: seine Größe. Während es anderen Herstellern gelungen ist, immer größere Bildschirme in immer kompakteren Gehäusen unterzubringen, bleibt das Note 9 ein Handy für Nutzer mit Faible für XXL-Produkte. Nutzer mit kleinen Handy werden dagegen bereits Probleme haben die Lautstärkeregler am linken Rand des Handys ohne Verrenkungen der Finger zu erreichen. Den Massenmarkt wird Samsung mit dem Note 9 nicht bedienen.

Was Samsung dafür endlich gut gelungen ist, ist die Positionierung des Fingerabdrucksensors. Er befindet sich zwar weiterhin auf der Rückseite, nun aber nicht mehr rechts neben, sondern unterhalb der Kamera. Zwar besteht ähnlich wie beim Galaxy S9 aufgrund des geringen Abstands zwischen Sensor und Linse weiterhin die Gefahr, dass ihr versehentlich die Kamera statt den Sensor mit eurem Finger berührt. Da das Note 9 aber deutlich größer ist als das Galax S9, müsstet ihr dafür schon sehr lange Finger haben.

Der Rahmen des Note 9 besteht aus Metall, auf Vorder- und Rückseite kommt Gorilla Glas 5 zum Einsatz. Auf das neue widerstandsfähigere Gorilla Glas 6 verzichtet Samsung aus ungeklärten Gründen. In der Hand fühlt sich das Smartphone gewohnt hochwertig an, leider ist es aber auch sehr rutschig und anfällig für Fingerabdrücke. Immerhin könnt ihr das Note 9 aber von sämtlichen Verschmutzungen unter dem Wasserkran befreien. Gemäß IP68 stellt der vorübergehende Kontakt mit Wasser für das Handy nämlich kein Problem dar.

Der YouTuber JerryRigEverything hat zudem einen weiteren Schwachpunkt entdeckt: Die Buttons des Samsung-Handys lassen sich mit wenig Aufwand aus dem Gehäuse herausziehen. Jerry schätzt aber die Gefahr, dass sich die Knöpfe bei einem Sturz oder mit der Zeit von selbst aus dem Gehäuse verabschieden als gering ein. Ein "Button-Gate" dürfte Samsung also erspart bleiben. Wer zu radikalen Schritten bereit ist, hat so aber die Möglichkeit den in Deutschland weitestgehend nutzlosen Button für den Sprachassistenten Bixby ein für alle mal los zu werden.

Erhältlich ist das Smartphone hierzulande in den Farbvarianten "Midnight Black" (Schwarz) und "Ocean Blue" (Blau). In Übersee bietet Samsung das Handy auch in Braun oder Lavender an. Möglicherweise wird Samsung diese zu einem späteren Zeitpunkt auch in Deutschland anbieten.

Display

Das Display des Galaxy Note 9 ist wie erwähnt groß und kann auch sonst mit Superlativen aufwarten. Mit 516 Pixeln pro Zoll ist der Bildschirm messerscharf und kann im Vergleich zum Vorgänger mit einem deutlichen Zuwachs bei Kontrast und Helligkeit glänzen. Im Test hatten wir dadurch auch bei sonnigem Wetter keine Probleme, den Screen im Freien abzulesen.

Wer die bonbonbunten Farben des AMOLED-Screens nicht mag hat in den Einstellungen die Möglichkeit, die Farbdarstellung nach seinen Vorlieben anzupassen. Samsung stellt euch hier vier Profile bereit, erlaubt aber auch die individuelle Bearbeitung der Bildschirmparameter. Alles in allem ist das Display nahezu perfekt. Nur weiße Flächen wirken wie für AMOLED-Displays typisch immer leicht gräulich.

Performance und Ausstattung

Samsung vertraut auch im Note 9 auf den im Frühjahr vorgestellten, selbst entwickelten Octa-Core-Prozessor Exynos 9810. Zwar gab es Gerüchte, dass das Note 9 mit einem modifizierten Chip namens Exynos 9815 erscheint, diese entpuppten sich jedoch als Ente. Der Prozessor werkelt bereits im Galaxy S9 und S9+. Gefertigt wird er im 10-Nanometer-Verfahren. Der Octa-Core-Prozessor taktet im Alltag mit maximal 2,8 Gigahertz.

Leistungstechnisch sortiert sich das Note 9 mit diesem Prozessor wenig überraschend in der Spitzengruppe ein. In unserem Benchmarkvergleich landete es hinter OnePlus 6 und iPhone X auf dem dritten Platz.

Benchmark/Handy Note 9 OnePlus 6 Galaxy S9 iPhone X Note 8
GeekBench (Single-Core) 3.595 Punkte 2.448 Punkte 3.748 Punkte 4.265 Punkte 2.019 Punkte
GeekBench (Multi-Core) 9.058 Punkte 9.071 Punkte 8.911 Punkte 10.292 Punkte 6.715 Punkte
AnTuTu 247.814 Punkte 264.828 Punkte 247.380 Punkte 246.465 Punkte 176.497 Punkte

Nicht nur die Leistung des Note 9 gibt wenig Anlass zur Klage, auch sonst mangelt es dem Smartphone an nichts. Der Arbeitsspeicher ist mit 6 beziehungsweise 8 Gigabyte mehr als üppig dimensioniert, gleiches gilt für den Gerätespeicher. Dieser fasst beim Modell mit 6 Gigabyte RAM 128 Gigabyte, bei der 8-GB-Variante sind es stolze 512 Gigabyte. Noch dazu kann er per microSD-Karte erweitert werden. Moderne Standards wie Bluetooth 5.0, ein USB C-Port mit Unterstützung für USB 3.1, NFC und WLAN ac sind an Bord. Somit ist das Note 9 auch für die Zukunft gut gerüstet. Viele Nutzer dürfte zudem freuen, dass Samsung zusätzlich zum USB C-Port noch eine Kopfhörerbuchse verbaut.

Was will man mehr? Nun - ein ebenbürtiger FaceID-Klon wäre schön gewesen, doch Samsung setzt hier weiterhin nur auf eine Intelligent Scan genannte Kombination aus unsicherer Gesichtserkennung und umständlichen Iris-Scanner. Ein weiterer Kritikpunkt: Als Betriebssystem kommt auf dem Note 9 noch Android 8.1 zum Einsatz. Ein Update auf Android 9.0 Pie ist geplant, wird aber wohl nicht so bald erscheinen.

Software

Das Android-System hat Samsung mit seiner Nutzeroberfläche Samsung Experience 9.5 überzogen. Im Vergleich zu der mit dem S9 eingeführten Samsung Experience 9.0 enthält die neue Version der Nutzeroberfläche die S Pen-Features sowie eine verbesserte Version von Samsung Dex. Die Windows-ähnliche Oberfläche könnt ihr nun auch ohne Docking-Station nutzen, der Grund hierfür dürfte das neue Kühlsystem des Note 9 sein.

Samsung Galaxy Note 9 erster Eindruck

S Pen

Ein Erfolgsfaktor der Note-Serie ist der S Pen. Tatsächlich ist er für jeden zweiten Note-Nutzer laut Samsung der Hauptgrund, das Gerät zu kaufen. Möglicherweise bekommt der Stift bald noch mehr Fans, denn er hat beim Note 9 ein paar neue Tricks auf Lager, die wir im Test als äußerst praktisch empfanden.

Wie bereits zuvor gemunkelt, ist im S Pen nun ein Bluetooth-Modul verbaut. Dieses erlaubt es euch, das Note 9 mit dem Stift "fernzusteuern". Das Handy kann aus einer Entfernung von bis zu zehn Metern Befehle vom Stylus empfangen. Die Bluetooth-Verbindung zwischen S Pen und Smartphone wird automatisch hergestellt, ihr müsst dafür nichts tun. Sie funktioniert auch, wenn Bluetooth ausgeschaltet ist.

Befehle sendet ihr über die Taste am Stift. Haltet ihr diese gedrückt, öffnet ihr damit eine zuvor festgelegte App. Ab Werk ist dies die Kamera. Innerhalb der App könnt ihr mit einem Klick oder einem Doppelklick dann weitere Funktionen aufrufen. So löst ihr mit einem Tastendruck die Kamera aus, mit einem Doppelklick wechselt ihr auf die Frontkamera. Damit der S Pen innerhalb einer App als Fernbedienung funktioniert, müssen Entwickler diese dafür anpassen.

Galaxy Note 9: S Pen-Apps im Überblick

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Dazu stellt Samsung eine entsprechende Schnittstelle bereit. Zum Start unterstützen nur eine handvoll Anwendungen den Bluetooth-Stylus. Interessanterweise gehört Google Chrome dazu, Samsungs hauseigener Browser Samsung Internet aber nicht. Ob viele weitere Apps folgen werden, bleibt abzuwarten. Über eine große Entwickler-Community verfügt Samsung im Vergleich zu Apple nicht. Immerhin kann der S Pen zusätzlich in allen Apps, die auf die Systemprozesse Kamera und Mediensteuerung zurückgreifen, als Steuerlement genutzt werden. Diese sind in den Einstellungen des Note 9 aber nicht explizit als S Pen-Apps gelistet.

Als Fernbedienung kann der S Pen knapp 30 Minuten genutzt werden. Das reicht selbst für ausführliche Power Point-Präsentationen. Ist der Stift einmal leer, reicht es aus, ihn 40 Sekunden in das Handy zu stecken. Dort wird er induktiv geladen. Das Note 9 informiert euch übrigens mit einer Push-Benachrichtigung, sobald sich der Akku des Stiftes dem Ende zuneigt. Zeichnen oder Notizen verfassen könnt ihr aber auch mit leerem S Pen-Akku.

Sprachqualität und Dual-SIM

Die Sprachqualität des Galaxy Note 9 ist exzellent. Der Gesprächspartner war im Test klar und deutlich zu verstehen, ebenso dringt die eigene Stimme über den Äther. Selbst Autolärm wurde im Test zuverlässig gefiltert, anders als bei vielen Konkurrenzmodellen traten hierbei keine Störgeräusche auf.

Wahlweise könnt ihr das Note 9 auch als Note 9 Duos erwerben. Hier könnt ihr statt einer Speicherkarte eine zweite SIM-Karte in das Smartphone einlegen. Anders als beim Galaxy S9 unterstützt das neue Galaxy nun auch den parallelen Betrieb beider SIM-Karten im 4G-Netz.

Akkulaufzeit

Eine der größten Schwächen des Galaxy Note 8 ist die Akkulaufzeit. Abends muss das Handy in der Regel wieder an die Steckdose, dabei ist die Modellreihe eigentlich für eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit bekannt. Ein Grund dafür dürfte die geringe Kapazität der Note 8-Batterie sein. Der Akku des Note 8 fasst nur 3.300 Milliamperestunden - wohl auch aufgrund des Akku-Debakels beim Note 7 hatte sich der südkoreanische Hersteller für eine "kleine Batterie" entschieden.

Beim Note 9 wagt Samsung dagegen ein deutliches Upgrade. Der Akku bietet nun eine Kapazität von 4.000 Milliamperestunden. Doch macht sich die "größere Batterie" auch im Alltag bemerkbar? Um es kurz zu machen: Ja, eindeutig! Seit rund einer Woche haben wir ein Testgerät des Galaxy Note 9 in der Redaktion im Einsatz und es in dieser Zeit durch die Akku-Tests von GeekBench und PCMark gejagt. In beiden Benchmarks ließ das neue Samsung-Handy seinen Vorgänger deutlich hinter sich. Im PCMark erzielte das Note 9 eine Akkulaufzeit von 12 Stunden und 59 Minuten, das Note 8 kommt hier nur auf einen Wert von knapp 7 Stunden.

Auch GeekBench attestiert dem Akku des Note 9 eine deutlich bessere Performance. Am Ende des Akku-Tests weist das Tool eine Punktzahl von 6.256 aus, das Note 8 erzielt dagegen nur 4.152 Punkte. Eine höhere Punktzahl bedeutet bei Geekbench eine bessere Laufzeit. Doch Benchmarks sind natürlich nur die halbe Wahrheit, daher haben wir auch die Entwicklung des Akkustands beider Smartphones bei alltäglichen Aufgaben miteinander verglichen. Das Ergebnis findet ihr in der folgenden Tabelle:

Akkustand nach Note 9 Note 8
30 Minuten YouTube 96 Prozent 94 Prozent
200 Megabyte Download (WLAN) 96 Prozent 93 Prozent
30 Minuten Video aufnehmen (Full-HD) 85 Prozent 82 Prozent
30 Minuten Asphalt 8 spielen 77 Prozent 70 Prozent
1 Stunde Standby mit Always-on-Display 76 Prozent 68 Prozent
30 Minuten surfen im Netz (WLAN) 70 Prozent 61 Prozent

Auch hier ist eine deutliche Verbesserung festzustellen. Ihr dürft euch also auf eine längere Akkulaufzeit einstellen. Wie lange das Note 9 durchhält, hängt allerdings natürlich stark von euren Einstellungen sowie dem Nutzungsverhalten ab. Wer Bluetooth und WLAN stetig aktiviert hat und seinem Handy keine Pause gönnt, wird auch den Akku des Note 8-Nachfolgers binnen eines Tages leer spielen. Für gewöhnlich solltet ihr mit einer Akkuladung aber anderthalb bis zwei Tage auskommen.

Die Kehrseite der Medaille: Ist das Note 9 einmal leer gespielt, muss das Smartphone länger an der Steckdose verweilen. Im Test dauerte ein vollständiger Ladezyklus 110 Minuten. Zum Vergleich: Der 4.000-Milliamperestunden-Akku des Huawei P20 Pro ist in 95 Minuten wieder voll. Alternativ zur Steckdose könnt ihr das Samsung-Handy auch drahtlos aufladen, dies dauert aber noch einmal länger.

Kamera

Abgesehen von Stift und XXL-Akku hat das Note 9 viele Ähnlichkeiten mit dem ähnlich großen Galaxy S9+. So hat Samsung etwa dieselbe Dual-Kamera in beiden Modellen verbaut. Dieses besteht aus einer 12-Megapixel-Kamera mit variabler Blende. Je nach Lichtverhältnissen fotografiert ihr also mit einer Offenblende von F/1.5 oder F/2.4. Darunter befindet sich aber wie beim Note 8 noch eine zusätzliche Kameralinse. Dabei handelt es sich um eine Telelinse. Diese löst ebenfalls mit 12 Megapixeln auf und bietet eine Offenblende von F/2.4 - eignet sich also vor allem für Tageslichtaufnahmen.

Durch die zweite Kamera erweitern sich beim Fotografieren eure Möglichkeiten. So können die Informationen der zweiten Linse dazu genutzt werden, um Fotos mit Bokeh-Effekt zu erzeugen, also Bilder mit verschwommenem Hintergrund. Die Telelinse besitzt zudem eine andere Brennweite als die weitwinkelige Hauptkamera. Dadurch lässt sich ein zweifacher optischer Zoom simulieren, ohne Qualitätsverluste hinnehmen zu müssen. In der folgenden Mediengalerie könnt ihr euch einen Eindruck von der Bildqualität der Note 9-Kameras verschaffen. Sie ist, wie von Samsung-Smartphones gewohnt, hoch.

Galaxy Note 9: Kamera-Samples

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Von den Spezifikationen sind die Dual-Kamera des Galaxy S9+ und die des Note 9 zwar identisch, sie verfügt beim Note 9 aber über eine zusätzliche Szenenerkennung. So soll das Smartphone bis zu 20 Szenen selbstständig erkennen und die Bildparameter darauf optimieren. Im Test klappte dies schnell und zuverlässig. So erkannte das Note 9 etwa unseren Bürohund Sunford als Tier oder eine Blume als Pflanze und wählte binnen Bruchteilen einer Sekunde das passende Szenenprogramm. Allerdings konnten wir keine nennenswerten Verbesserungen gegenüber den im Automatik-Modus aufgenommenen Bildern feststellen.

Habt ihr euch schon mal drüber geärgert, dass bei einem Gruppenbild eine Person die Augen zu hatte, ihr das aber erst zu spät bemerkt habt? Das Note 9 soll euch dank der Funktion "Mängelerkennung" auf solche Bildfehler nach dem Auslösen aufmerksam machen. Im Test funktionierte diese Mängelerkennung aber noch nicht zuverlässig. Dies ist wohl auch der Grund, warum Samsung das Feature ab Werk deaktiviert hat.

Wie das Galaxy S9 kann nun auch das Note 9 Superzeitlupen mit 960 Bildern pro Sekunde erstellen. Diese können beim S9 nur 0,2 Sekunden lang sein, beim Note 9 sind nach einem Software-Update dagegen wahlweise auch 0,4 Sekunden lange Superzeitlupen möglich. Allerdings reduziert Samsung hierbei heimlich die Anzahl der Bilder pro Sekunde auf 480. Die Superzeitlupen benötigen zudem weiterhin sehr viel Licht, andernfalls wirken sie düster und verrauscht. Wie so eine Superzeitlupe aussieht, zeigt euch das folgende Video, das wir mit dem Galaxy S9+ aufgenommen haben.

Galaxy S9: Super-Slow-Mo in Aktion

Preis und Verfügbarkeit

Das Galaxy Note 9 ist ab dem 24. August verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 999 Euro. Hierfür erhaltet ihr das Gerät mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) und 128 Gigabyte Gerätespeicher. Mit 8 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte Gerätespeicher kostet das Note 9 exakt 1.249 Euro. Vorbestellungen sind ab sofort möglich. Über entsprechende Angebote zum Galaxy Note 9 informieren wir euch im verlinkten Artikel.

Samsung Galaxy Note 9: Fazit

Groß - in jeder Hinsicht 8.8/10

Samsung beseitigt beim Galaxy Note 9 fast alle Schwächen des Vorgängers. Das Handy bietet wieder eine überdurchschnittliche Akkulaufzeit, der Fingerabdrucksensor ist besser erreichbar und dank des neuen Fernbedienungsfeatures werden auch S Pen-Muffel ab und an zum Stylus greifen. Leider ist das Note 9 aber weiterhin alles andere als handlich. Das kann die Konkurrenz besser.

Das hat uns gefallen

  • lange Akkulaufzeit
  • S Pen als Fernbedienung nutzbar
  • viel Speicher
  • IP68

Das hat uns nicht gefallen

  • sehr groß und breit
  • nur Android 8.1 ab Werk
Testnote 8,8 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
8,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

9,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für drei Wochen von Samsung zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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Samsung Galaxy Note 9 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Samsung Galaxy Note 9 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Samsung Galaxy Note 9 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Samsung Galaxy Note 9 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Samsung Galaxy Note 9 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Samsung Galaxy Note 9 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Samsung Galaxy Note 9 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 845
Display SUPER AMOLED Color (16M) 1440x2960 px (6.4") 514ppi
RAM 6 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 4.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 12 Megapixel
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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Smartphone und Samsung Galaxy Note 9.

Das Samsung Galaxy Note 9 wurde ursprünglich mit Android 8.1 "Android Oreo" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Samsung Galaxy Note 9 die Version 8.1 "Android Oreo" verfügbar.

Samsung Galaxy Note 9 im Zeitverlauf
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  • Note 9: Teardown enthüllt die letzten Geheimnisse des Galaxy-Handys

    28.08.2018 Die meisten Smartphones heutzutage sind aus verklebtem Glas, welches einen Sturz meist nicht übersteht, ohne zu brechen. Jede Generation des weitverbreiteten Corning Gorilla Glass verspricht bessere Beständigkeit gegen Kratzer und Stürze, bei zu extremer Belastung bricht jedoch irgendwann jede Oberfläche aus richtigem Glas. Da Luxus-Smartphones wie das Note 9 heutzutage schon über 1.000 Euro kosten, ist es manchen Interessenten wichtig zu wissen, wie aufwendig eine Reparatur im Schadensfall ist.

    Die passende Webseite um dies herauszufinden ist iFixit und genau die haben sich das Note 9 geschnappt und einem Teardown unterzogen oder um es auf Deutsch zu sagen: das Gerät in seine Einzelteile zerlegt. Das Ergebnis: 4 von 10 möglichen Punkten. Damit ist das Smartphone genauso aufwendig zu reparieren wie der Vorgänger und wie das Galaxy S9 (Plus). Zum Vergleich: ein iPhone X erhielt 6 Punkte, ein Galaxy S4 schaffte sogar 8.

    Wie bei den meisten Samsung-Modellen seit dem S6 ist es besonders schwierig, die Glasrückseite vom Kleber zu lösen, ohne sie zu beschädigen. Des Weiteren gab es Punktabzug, weil man im Falle eines Displayschadens das komplette Gehäuse inklusive Rahmen wechseln muss, anstatt nur die Display-Einheit zu tauschen.

    Abseits des Klebers, der auch beim Akku zu finden ist, lobten die iFixit-Profis den modularen Aufbau der inneren Technik, wodurch sich nach dem Öffnen des Geräts einzelne Komponenten, wie zum Beispiel den USB-C-Anschluss, wechseln lassen. Zudem ist der kupferne Kühlkörper deutlich größer, als bei den Vorgängern.

    Eine Überraschung fand sich noch in der Technik, die das Samsung-Handy erst zu einem Note macht - dem S Pen. Neben einem Bluetooth-Chip befindet sich zur Energieversorgung dort nämlich ein Superkondensator.

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