Vergleich: Smartphones mit Tastatur im Test

Aktueller Marktüberblick

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von Jan Kluczniok
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BlackBerry Key 2 10

Smartphones mit Tastatur gibt es nicht mehr? Denkste. Netzwelt hat für euch aktuelle Smartphones mit echten Tasten getestet. Unser Vergleich verrät euch, welches Tastatur-Smartphone derzeit das beste ist. Außerdem erfahrt ihr in unserem Vergleichstest, was ihr tun könnt, wenn euch keines der vorgestellten Modelle zusagt.

Inhaltsverzeichnis

  1. So testet netzwelt
  2. Das ist das beste Smartphone mit Tastatur
  3. Das sind die besten Alternativen

Als Apple 2007 das erste iPhone vorstellte, war dies eine Revolution. Der Hersteller aus Cupertino setzte fast ausschließlich auf die Steuerung via Touchscreen und nicht auf echte Tasten. Mittlerweile ist die Steuerung via Touchscreen Standard und wir tippen auf Bildschirmtastaturen genauso schnell wie mit T9. Doch es gibt immer noch Nutzer, die sich weiterhin ein Smartphone mit Tastatur wünschen. Sei es, weil das heimliche Tippen im Meeting unter dem Tisch damit leichter fällt, oder weil sie sich einfach nicht an einen Touchscreen gewöhnen können.

So testet netzwelt

Zugegeben - ein Smartphone mit Tastatur zu finden ist heute schwer, aber nicht aussichtslos. Nachfolgend geben wir euch einen Marktüberblick und stellen euch aktuelle Smartphones mit Tastatur vor, die wir natürlich für euch getestet haben. Außerdem verraten wir euch am Ende der Kaufberatung, welche älteren Modelle mit Tastatur es noch zu kaufen gibt, und was ihr tun könnt, wenn euch keines der vorgestellten Smartphones mit Tastatur zusagt.

Wer wir sind, wie wir unsere Testgeräte beziehen und wie sich netzwelt finanziert, erfahrt ihr auf unserer Transparenzseite. Statt Leser mit Zahlen zu überschütten, haben wir uns bei unseren Test für ein praxisnahes Testschema entschieden. Wir nutzen die Geräte in der Redaktion, und im Alltag. Wir fotografieren, telefonieren und spielen damit. Ziel ist es, Stärken und Schwächen des Geräts zu ermitteln und eine Einschätzung zu geben, für welche Art von Nutzer das Smartphone geeignet ist.

So testet netzwelt

Unsere Tester verschaffen sich zunächst einen Marktüberblick und erfassen alle in Frage kommenden Modelle. Dabei werden neben bekannten Marken auch kleinere Hersteller berücksichtigt. Aus dieser Masse an Geräten werden die aus Sicht der Redaktion relevanten Modelle einzeln getestet und die Testergebnisse gegenüber gestellt. Zudem führen wir Hintergrundgespräche mit Händlern, Herstellern und Nutzern um den Service der Anbieter beurteilen zu können.

10
Smartphones in der Auswahl
9
getestet
3
Experteninterviews
40+
Stunden aufgewendet

Unsere Wertung setzt sich aus fünf Einzelwertungen ("Design und Verarbeitung", "Ausstattung, Leistung und Bedienung", "Sprachqualität und Akkulaufzeit und "Multimedia") zusammen. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Einzelnoten, der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Das kommt etwa dann infrage, wenn eines der Kriterien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist.

Das ist das beste Smartphone mit Tastatur

Wer ein Smartphone mit echter Tastatur sucht, kommt seit Jahren nicht am kanadischen Hersteller BlackBerry vorbei. Daran ändert auch die Tatsache, dass BlackBerry sein Hardware-Geschäft an den chinesischen Hersteller TCL lizenziert hat, nichts. Dieser hat im Juli 2018 mit dem BlackBerry Key2 ein aktuelles Android-Smartphone im klassischen BlackBerry-Design auf den Markt gebracht. Zusätzlich bietet das Unternehmen mit dem Key2 LE seit Oktober einen günstigen Ableger an. Im Handel ist für unter 300 Euro auch noch der Vorgänger BlackBerry KeyOne aus dem Vorjahr erhältlich.

Nachfolgend findet ihr unsere Testergebnisse zum Key2 und KeyOne übersichtlich zusammengefasst. Bitte beachtet: Die "+" und "-" sind nicht als Gegenüberstellung gedacht, sondern geben die Hauptstärken und -schwächen des einzelnen Gerätes zum ursprünglichen Testzeitpunkt wieder.

Ein Klick führt euch jeweils zum ausführlichen Testbericht. Zum Key2 LE haben wir bislang nur einen Kurztest mit ersten Eindrücken von der IFA 2018 veröffentlicht. Ihr erlangt ihn ebenfalls über einen Klick auf das Gerät. Der ausführliche Testbericht zum Key2 LE folgt in den nächsten Wochen.

  • Sicherheit
  • Tastatur
  • Verarbeitung
  • schwache Kamera
  • mäßige Sprachqualität
  • Performance dem Preis nicht angemessen
Kurztest
vollständiger Testbericht folgt
  • lange Akkulaufzeit
  • exzellente Android-Oberfläche mit nützlichen Tools
  • Tastatur mit Shortcuts
  • zu geringer Abstand zwischen Sensor-Tasten und Tastatur
  • Ausstattung dem Preis nicht angemessen
  • mäßige Kamera
Zum Testbericht 6.8

Viel Licht, aber auch viel Schatten

Das BlackBerry Key2 begeistert im Test mit seiner Tastatur, Software, einer langen Akkulaufzeit und einer exzellenten Verarbeitung. Auf der anderen Seite ist die Kamera für ein 650-Euro-Smartphone eine Enttäuschung und auch in Sachen Sprachqualität sind wir besseres vom Hersteller gewohnt. Uneingeschränkt empfehlen können wir das Gerät deshalb nicht. Der Vorgänger KeyOne und die Lite-Version Key2 LE bieten aus unserer Sicht das bessere Preis-Leistung-Verhältnis.

Zum Kurztest

Key 2 LE im Kurztest: BlackBerry wird bunt und billig(er)

Zum Testbericht 8.5

Von wegen Schnee von gestern...

Das BlackBerry KeyOne wirkt mit seiner Tastatur wie aus der Zeit gefallen. Im Test beweist das Smartphone aber, das weder Tasten noch BlackBerry Schnee von gestern sind. Das BlackBerry KeyOne gefällt mit langer Akkulaufzeit und einer durchdachten Android-Oberfläche, die Googles Handy-OS um sinnvolle Features erweitert.

Design und Verarbeitung
8/10
Ausstattung und Bedienung
7/10
Sprachqualität
6/10
Akkulaufzeit
9/10
Multimedia
4/10
Leserwertung (4)
8/10
Design und Verarbeitung
?/10
Ausstattung und Bedienung
?/10
Sprachqualität
?/10
Akkulaufzeit
?/10
Multimedia
?/10
Leserwertung (9)
10/10
Design und Verarbeitung
9/10
Ausstattung und Bedienung
7/10
Sprachqualität
8/10
Akkulaufzeit
9/10
Multimedia
7/10
Leserwertung (397)
9/10

Unterhalb des 4,5 Zoll großen Touchscreens findet ihr bei allen drei Smartphones eine vierzeilige QWERTZ-Tastatur, diese kann auch als Trackpad genutzt werden. Zudem ist in die Leertaste ein Fingerabdruckscanner integriert. BlackBerry-typisch könnt ihr jeder Taste auf dem Keyboard auch einen Shortcut zuweisen.

In unserem Handy-Vergleich erfahrt ihr, wie sich das Key2 von seinem Schwestermodell Key2 LE unterscheidet. Dort könnt ihr das Handy auch mit seinem Vorgänger vergleichen.

Das sind die besten Alternativen

Abseits der genannten BlackBerry-Geräte gibt es nur wenig Alternativen: Eine davon kommt von LG: Das LG Wine Smart ist ein Klapp-Handy mit T9-Tastatur. Das Android-Smartphone kam Ende 2015 in den Handel, und kann aktuell nur noch gebraucht gekauft werden. Eine weitere ist das Nokia 3310. Ja ihr habt wieder richtig gelesen. Der Nokia-Lizenznehmer HMD Global bringt das Kult-Handy in einer Neuauflage erneut in den Handel. Gleiches gilt für das Nokia 8110.

Beide Geräte laufen nicht mit Android, sondern mit KaiOS. Hierbei handelt es sich um den Nachfolger von FirefoxOS. Das System bringt Apps wie Facebook, Twitter oder Google Maps auf sogenannte Feature Phones ohne Touchscreen. Auch der beliebte WhatsApp Messenger soll demnächst folgen.

Ältere BlackBerry-Modelle: Priv, Classic und Passport

Wem die aktuellen Smartphones mit Tastatur nicht zusagen, muss seinen Blick auf ältere Modelle richten. Hier kommen in erster Linie wiederum BlackBerry-Smartphones in Frage. Das BlackBerry Priv ist wie das KeyOne und das Key2 ein Android-Smartphone. Der Unterschied: Das Priv ist ein Slider-Smartphone. Die Tastatur ist also nur bei Bedarf sichtbar. Das BlackBerry Priv ist bereits im Jahr 2015 erschienen. Inzwischen wird das Gerät nicht mehr produziert, ihr könnt es aber noch gebraucht kaufen. Hardwaretechnisch bewegt sich das Gerät auf dem Niveau des LG G4.

Gleiches gilt für die Modelle BlackBerry Classic und BlackBerry Passport (Silver Edition). Beide bieten eine Tastatur unterhalb des Screens. Sie laufen nicht mit Android, sondern mit BlackBerry 10. Allerdings entwickelt BlackBerry das System nicht mehr weiter. Auch viele App-Entwickler haben BlackBerry 10 den Rücken gekehrt. So unterstützt zum Beispiel WhatsApp das System nicht mehr. Ihr könnt in einem Emulator aber unter BlackBerry 10 auch Android-Apps laufen lassen.

Zum Nachrüsten: Keyboard-Cover für Samsung Galaxy S8 und Galaxy S7

Das Keyboard Cover macht das Galaxy S8 zum BlackBerry.
Das Keyboard Cover macht das Galaxy S8 zum BlackBerry. (Quelle: Samsung)

Wem das BlackBerry KeyOne nicht zusagt, kann auf das Galaxy S8 oder das Galaxy S7 ausweichen. Ihr habt richtig gelesen! Zwar bieten die beiden Samsung-Smartphones nur eine Bildschirmtastatur, ein echtes Keyboard lässt sich aber schnell nachrüsten. Für knapp 60 Euro bietet Samsung in seinem Online-Shop das so genannte Keyboard-Cover für die Smartphones an.

Es wird auf das Display geklickt und bedeckt dort den Bereich, den üblicherweise die Bildschirmtastatur einnimmt. Das Smartphone passt den restlichen Bildschirm an, so dass keine Inhalte durch die Tastatur verdeckt werden. Ihr könnt dann auf dem Keyboard-Cover ganz normal tippen. Das Accessoire bietet zusätzlich Hard-Keys für die Android-Funktionen "Home", "Zurück" und "Multi-Tasking". Bedenkt aber, dass beim Galaxy S7 der Fingerabdruckscanner vom Cover verdeckt wird.

Für das Galaxy S9 bietet Samsung dagegen kein Keyboard-Cover an.

Für die modularen Smartphones: Moto Z und Moto Z Play

Mit dem Keyboard Mod werden das Moto Z und das Moto Z Play zum Motorola Milestone.
Mit dem Keyboard Mod werden das Moto Z und das Moto Z Play zum Motorola Milestone. (Quelle: Indiegogo/Liangchen Chen)

Für die modularen Motorola-Smartphones Moto Z und Moto Z Play sollte es ebenfalls eine anklickbare Tastatur geben. Der Entwickler Liangchen Chen hatte auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo über 100.000 US-Dollar für sein Keyboard Mod von Unterstützern eingesammelt.

Leider konnte das Projekt dennoch nicht realisiert werden. Es scheiterte an Produktionsproblemen und Kostengründen. Statt einem Keyboard-Mod will der Entwickler und sein Team nun noch im Laufe des Jahres ein eigenes Smartphone mit Tastatur veröffentlichen.

Letzter Ausweg: Import aus dem Ausland

Während Tastatur-Smartphones in Deutschland nur noch ein Nischendasein fristen, erfreuen sie sich in anderen Ländern großer Beliebtheit - etwa in den USA oder in China. So bietet der US-Mobilfunkanbieter AT&T etwa immer noch das Uralt-Android-Handy NEC Terrain als Refurbished-Modell an. Samsung verkauft in China mit dem W2017 ein Klapp-Handy, dessen Ausstattung und Features an das Galaxy S7 erinnern.

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Ihr könnt euch also einmal im Internet umschauen, ob ihr vielleicht in einem ausländischen Online-Shop ein passendes Smartphone mit Tastatur findet. Insbesondere in Japan sind Tastatur-Smartphones weit verbreitet und ein echter Geheimtipp unter Nostalgikern. Was es dabei zu beachten gilt, verraten wir euch in unserem Special "Technik aus dem Ausland importieren".

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