Gaming-Tastaturen im Test: 9 Aktuelle Modelle im Vergleich

Modelle von Roccat, Logitech und Razer im Vergleich

von Mirco Lang
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Hersteller von Gaming-Hardware geizen weder mit Superlativen noch mit irgendwelchen Zahlenspielen und schon gar nicht mit Farbakzenten und Lichteffekten. Aber nicht alles, was blau leuchtet, ist auch gleich speziell fürs Zocken ausgelegt. Wir haben 9 aktuelle selbst ernannte Gaming-Tastaturen zwischen 30 und 180 Euro von Herstellern wie Razer, Logitech oder Roccat für euch getestet und miteinander verglichen und zeigen euch die besten Keyboards für Gamer.

Netzwelt hat für euch Gaming-Tastaturen zwischen 30 und 180 Euro getestet und miteinander verglichen.
Netzwelt hat für euch Gaming-Tastaturen zwischen 30 und 180 Euro getestet und miteinander verglichen. (Quelle: netzwelt)

Inhaltsverzeichnis

  1. So testet netzwelt
  2. Das gilt es beim Kauf zu beachten
  3. Die Testsieger
  4. Testfeld im Überblick

Getestet haben wir Tastaturen zwischen 30 und 180 Euro, die vom Hersteller als Gaming-Hardware vermarktet werden. Die Unternehmen definieren den Begriff "Gaming-Tastatur" dabei unterschiedlich. Die Auslegung schwankt von automatisch importierten Spieleprofilen und extrem stabiler Hardware bis hin zur "einfachen Tastatur mit Beleuchtung".

So testet netzwelt

Bei Tastaturen im Allgemeinen bewertet netzwelt folgende Punkte: Verarbeitung und Ergonomie, Features und Software. In jeder Kategorie kann ein Produkt maximal 10 Punkte erreichen. Aus den Einzelwertungen ergibt sich die Gesamtwertung. Der Tester kann jedoch eine Auf- beziehungsweise Abwertung um eine Note vornehmen. Das kommt etwa dann infrage, wenn eines der Kriterien im Vergleich mit anderen Geräten besonders herausragend ist. Wer wir sind, wie wir unsere Testgeräte beziehen und wie sich netzwelt finanziert, erfahrt ihr auf unserer Transparenzseite.

Was aber macht eine Tastatur zur einer Gaming-Tastatur? Im Sachen "Verarbeitung und Ergonomie" sollte sie robust sein und präzise arbeiten, schweres Metall und mechanische Tasten sind hier etwa klar von Vorteil. Bei den Features sollten sich möglichst ein paar Sondertasten einfinden und auch eine anpassbare Beleuchtung darf nicht fehlen - die ist nämlich nicht bloß schick, sondern auch nützlich, um etwa Tastenkürzel zu visualisieren. Weitere Extras wie USB-Hubs werden gerne gesehen. Zu guter letzt darf natürlich auch eine Wertung der Treibersoftware nicht fehlen: Lassen sich die Tasten belegen? Makros erstellen? Lichteffekte verwalten? Und geht das auch ohne Handbuch?

Das gilt es beim Kauf zu beachten

Die wohl wichtigste Frage bei der Wahl der Tastatur ist - natürlich immer abhängig vom Preis - die nach der Art der Tasten. Auf der einen Seite gibt es die günstigen Gummi-basierten Tasten (Rubber Dome), wie sie bei etlichen "normalen" Tastaturen verwendet werden. Sie haben nicht das Feedback und das angenehme Klickgefühl mechanischer Tasten, sind aber günstig, robust und leise. Zu finden sind sie beispielsweise bei der durchaus gelungenen Low-Budget-Tastatur Sharkoon Skiller Pro für 30 Euro, der mehrfarbig leuchtenden Variante Skiller Pro Plus für 35 Euro und der völlig überteuerten Billig-Tastatur Klim Chroma für ebenfalls 30 Euro. Aber selbst Mad Catz setzt bei der 70 Euro teuren Cyborg v7 auf die Rubber Domes - der Preis erklärt sich hier eher über die Menge an Funktionen.

Alle sonstigen von uns im Vergleich berücksichtigten Tastaturen setzen auf mechanische Schalter. Sehr verbreitet sind die Cherry-MX-Schalter in unterschiedlichen Varianten. Im Test nutzt etwa der 180-Euro-Bolide K95 RGB Platinum von Corsair Cherry MX RGB Speed und die 100-Euro-Minimalisten-Tastatur Alloy FPS von HyperX Cherry MX Blue. Roccats Suora FX für gut 133 Euro verwendet Cherry MX Brown. Welche Variante ihr bevorzugt ist einfach Geschmackssache. MX Blue sind die laut Klickenden, die wie eine Schreibmaschine klingen, die MX Brown geben nur taktiles Feedback und die Speed-Variante hat gar keinen spürbaren Druckpunkt. Wichtig ist: Die Cherry-Schalter sind durchweg gut.

Wie netzwelt testet

Unsere Tester verschaffen sich zunächst einen Marktüberblick und erfassen alle in Frage kommenden Modelle. Dabei werden neben bekannten Marken auch kleinere Hersteller berücksichtigt. Aus dieser Masse an Geräten werden die aus Sicht der Redaktion relevanten Modelle einzeln getestet und die Testergebnisse gegenüber gestellt. Zudem führen wir Hintergrundgespräche mit Händlern, Herstellern und Nutzern um den Service der Anbieter beurteilen zu können.

9
Tastaturen im Test
100 Stunden
Zeit aufgewendet

Logitech setzt bei der 117 Euro teuren G910 auf ein anderes Pferd, nämlich Romer-G-Tasten. Das Klickgefühl ist ziemlich eigenständig und lässt sich wohl irgendwo zwischen MX Brown und Rubber Dome verorten. Ein Vorteil der durchaus guten Schalter: Sie sind auf Beleuchtung ausgelegt und können die ganzen Kappen illuminieren. Bei den alten MX-Schaltern gibt es nicht illuminierte Bestandteile. Auch Razer geht bei der Ornata Chroma für rund 100 Euro wie immer eigene Wege. Die Mecha-Membran genannte Technik soll eine Mischung aus Rubber Dome und mechanischem Schalter darstellen. In der Praxis fühlt es sich wie extrem leichtgängige MX-Blue-Schalter an - das Tippen macht damit richtig Spaß!

Ansonsten ist natürlich auch die Verarbeitung des Rahmens beziehungsweise der Basisplatte wichtig. Corsair, HyperX und Roccat setzen hier auf rahmenloses Design und schwere Metallbasen. Durch den fehlenden Rahmen sind Reinigung und Tastentausch einfacher. Und die Verwendung von Metall ist auch nur von Vorteil: Die Haptik ist besser, es sieht top aus, ist stabil und das Gewicht fixiert die Geräte gut auf dem Schreibtisch. Logitech und Razer zeigen derweil, dass auch Kunsstoff wertig sein kann - auch wenn sie nicht mit den Metallmonstern mithalten können. Klim setzt im Grunde alles in den Sand was geht, Sharkoon bringt zum gleichen Preis durchaus ordentliche Verarbeitungsqualität und die Mad Catz Cyborg v7 ist in vielerlei Hinsicht eine ganz eigene Kategorie: Eigentlich gut verbaut, erweckt das integrierte Touch-Panel einfach keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck.

Features

Logitech bietet mit neun Extratasten und speziellen Multimediatasten recht viele Boni in Sachen Funktionsumfang. Corsair und Sharkoon kommen auf sechs Extratasten und Multimedia, Roccat hat noch drei zusätzliche Drücker, HyperX, Razer und Klim verzichten ganz. Die Cyborg v7 kommt auf ganze zwölf Sondertasten, plus USB-Port, plus Lautsprecher-/Mikrofon-Ports, plus Touch-Panel - eben ein Mad-Catz-Produkt.

Erwähnenswert sind noch ein USB-Port bei der Corsair- und ein USB-Lade-Port bei der HyperX-Tastatur. Außergewöhnlich: Logitech spendiert der G910 eine Smartphone-/Tablet-Halterung (beispielsweise um per App Infos des Rechners anzuzeigen).

Ein großes Thema ist die Beleuchtung. Nützlich wird es, wenn man Tasten individuell beleuchten und Profile an Programme binden kann. So können zum Beispiel die Steuertasten von Spielen oder auch Tools wie Photoshop angezeigt werden. Das sieht eben nicht nur gut aus, sondern hilft auch beim Navigieren. Das können die getesteten Tastaturen von Roccat, Logitech, Corsair und Razer. Die HyperX Alloy FPS leuchtet fix oder als Welle in rot, die Skiller Pro fix oder pulsierend blau, die Skiller Pro Plus fix oder pulsierend in sieben Farben, die Klim Chroma fix dreifarbig und die Cyborg v7 beleuchtet im Gaming-Modus so ziemlich alles, was in Spielen interessant sein könnte separat.

Software

Vernünftige Treibersoftware haben eigentlich alle Hersteller hinbekommen - doch es gibt abers: HyperX verzichtet völlig auf Teiber, was ihr einiges an Potenzial raubt. Andererseits bewirbt HyperX sie mit "Minimalismus" und als First-Person-Shooter-Spezialistin, die sowas gar nicht braucht. Auch Klim verzichtet aus naheliegenden Gründen auf separate Software. Ein Sonderfall ist Mad Catz, da es derzeit schlicht keine offiziellen Downloads, keinen offiziellen Support gibt, da das Unternehmen vor einigen Monaten Besitzer und Management gewechselt hat. Mad-Catz-Produkte zu kaufen ist derzeit mit einem gewissen Risiko verbunden!

Die Testsieger

Ausnahmsweise gibt es keinen eindeutigen Testsieger. Logitechs G910 hätte es werden können - kann aber beim Gehäuse nicht mit der metallernen Konkurrenz mithalten. Corsairs K95 RGB Platinum hätte es werden können - aber das Metall produziert einen obskuren, nervigen Hall. Und letztlich hätte es die Roccat Suora FX sein können - aber hier dürften es einfach noch ein paar mehr Sondertasten sein. Alle drei Tastaturen liegen mit einer Wertung von 8 Punkten ganz vorne - entscheiden muss der Geschmack! Übrigens: Viele Tastaturen gibt es mit alternativen Tasten.

  • MX-RGB-Speed-Schalter
  • Solide Metallplatte
  • Sondertasten
  • Beleuchtung
  • Treiber etwas kompliziert
  • Hallt bei jedem Klick
  • Romer-G-Tasten
  • Genügend Sondertasten
  • Smartphone-Halterung
  • Treiber
  • Handballenauflage
  • sehr groß
  • Metallgehäuse
  • Cherry-MX-Schalter
  • Treiber
  • Kaum Zusatztasten
  • Einrichtung im Test problematisch
Zum Testbericht 8.0

Luxuriöse Tatatur mit vielen Möglichkeiten und guten Tasten - und einem potenziellen Show Stopper in Form des Halls.

Für 180 Euro dürfte man eigentlich eine nahezu perfekte Tastatur erwarten - und in vielerlei Hinsicht ist Corsair nah dran: Die Tastenvielfalt genügt, die Schalter sind super, das Material ist top. Die etwas komplizierte Software stört nicht, die hakelige Volume-Rolle auch nicht. Aber dieser elende metallische Nachhall bei jedem Klick schon.

Zum Testbericht 8.0

Große Gaming-Tastatur mit innovativen Tasten und cleveren Features-

Für rund 120 Euro liefert Logitech zwar kein schickes Metall, aber ein extrem stabiles Gehäuse mit sehr guten, Nicht-Standard-Tasten und toller Software. Allerdings trübt die gewöhnungsbedürftige Handballenauflage den guten Gesamteindruck.

Zum Testbericht 8.0

Ein rundes aber nicht ganz günstiges Gesamtpaket

Die Roccat Suora FX überzeugt mit sehr guter Verarbeitung und toller Software, für knapp 130 Euro würde man sich aber vielleicht noch ein paar zusätzliche Tasten wünschen.

Eine besondere Erwähnung hat sich die Razer Ornata Chroma verdient. Tolle, innovative Tasten, die vielleicht beste Beleuchtung und hervorragende Software - trotz Plastikgehäuse hätte es fast ebenfalls zu einer Spitzenwertung gereicht. Warum es anders kam, erfahrt ihr in unserem Test zur Razer Ornata Chroma. Einen besonderen Platz im Herzen vieler Gelegenheitsspieler könnte die HyperX Alloy FPS einnehmen: Für die Hardware gibt es, wie bei der Roccat Suora FX, die höchste Wertung im Testfeld (9 Punkte). Wer auf Sonderfunktionen und Software verzichten mag, kann bedenkenlos zuschlagen.

Die beiden Sharkoon-Tastaturen sind für das Preissegment völlig in Ordnung, für ambitionierte Gamer aber sicherlich keine Option. Man überlege: AAA-Spieletitel kosten gerne mal 60 Euro. Eine Tastatur übersteht tendenziell viele AAA-Games und viele Jahre, da sollte man nach Möglichkeit nicht an der falschen Stelle sparen. Absolut nicht empfehlenswert sind die Mad-Catz-Tastatur und der Klim-Chroma-Plastikhaufen. Erstere wegen der schwierigen Situation beim Hersteller, letztere, weil sie für 30 Euro absolut nichts kann, was nicht auch eine 8-Euro-Tastatur kann.

Bestenliste: Gaming-Tastaturen im Test: 9 Aktuelle Modelle im Vergleich

Die folgende Auflistung enthält alle im Vergleich berücksichtigten Geräte. Mit einem Klick auf das Produkt gelangt ihr jeweils zum ausführlichen Testbericht.

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