TP-Link Neffos Y50 im Test: 4,5-Zoll-Smartphone für 70 Euro

Kleines Display, niedriger Preis

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Smartphone-Displays sind in den vergangenen Jahren immer größer geworden. TP-Link widersetzt sich diesem Trend mit dem Neffos Y50. Das lediglich 4,5 Zoll große Smartphone verschwindet im Test bequem in der Hosentasche. Doch nicht nur die Bilddiagonale des Neffos Y50 fällt klein aus, sondern auch der Preis. Nur 70 Euro kostet das Y50. Lohnt sich der Kauf? Ein Test.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung, Leistung und Bedienung
  3. Sprachqualität
  4. Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Datenblatt

Das Galaxy S5 mini erschien 2014 und befindet sich noch heute in der Top 100 der Smartphone-Charts von Amazon. Das dürfte unter anderem mit der Größe zusammenhängen. In Zeiten in denen Smartphones mit einer Bilddiagonale von 5,5 Zoll quasi Standard sind, sehnen sich einige Nutzer nach kompakten Geräten. Doch die Auswahl an Smartphones unter 5 Zoll ist begrenzt. Die wenigen Modelle, die es gibt, sind zudem teuer. Das iPhone 8 geht zum Beispiel ab 799 Euro über die Ladentheke, das Sony Xperia XZ1 Compact wechselt für knapp 600 Euro den Besitzer.

Ganz anders das Neffos Y50 von TP-Link. Das Smartphone ist mit 4,5 Zoll so groß wie das Galaxy S5 mini und kostete bereits zur Markteinführung im November 2016 nur knapp 100 Euro. Mittlerweile ist es zu einem Straßenpreis von 70 Euro erhältlich.

Design und Verarbeitung

In Sachen Design dürft ihr vom Neffos Y50 nicht viel erwarten. Es handelt sich hierbei um ein Android-Smartphone "von der Stange". Das Gehäuse besteht aus Kunststoff. Unterhalb des Screens findet ihr Sensortasten, die die Android-Navigationstasten auf dem Bildschirm ersetzen. Das Gehäuse ist kantig. Lediglich die Ecken sind abgerundet. Der 4,5 Zoll große Bildschirm wird von breiten Rändern eingerahmt. Wir haben das Gefühl dieses Gerät schon tausendmal gesehen zu haben. Beweis gefällig? Unter anderem setzten in den vergangenen Jahren das BQ Aquaris E5, das Kazam Tornado 2 oder das Huawei Ascend G510 auf einen entsprechenden Look.

Während die Front des Smartphones in Klavierlack-Optik erstrahlt, ist die Rückseite unseres schwarzen Testgeräts leicht angeraut. Das sorgt für einen ordentlichen Grip, zudem sind Fingerabdrücke nicht so schnell auf dem Neffos Y50 zu sehen. Ein Pluspunkt gegenüber den meisten der zuvor genannten Geräten. Zudem gibt es das Neffos Y50 nicht nur in Schwarz, sondern auch in den Farben Weiß und Gelb - falls ihr es etwas bunter und ausgefallener mögt.

Ungewöhnlich für aktuelle Smartphones ist das Format des Neffos Y50. Mit den Abmessungen 133,4 x 66,6 x 9,8 Millimeter ist das Smartphone nochmals deutlich kompakter als das iPhone 8, jedoch nicht so klein wie das iPhone SE. Auch das Gewicht fällt mit 128 Gramm ziemlich gering aus. Diese positiven Eindrücke macht die Verarbeitung des Neffos Y50 aber anderer Stelle wieder zunichte. Sowohl Einschalter als auch die Lautstärkewippe weisen einen schwammigen Druckpunkt auf und wackeln im Gehäuse nur so vor sich hin. Die bereits erwähnten Sensortasten unterhalb des Bildschirms sind zudem nicht beleuchtet, das erschwert die Bedienung des Smartphones bei schwachen Lichtverhältnissen

Der Screen des Neffos Y50 ist sehr blass und lässt sich häufig nur schwer ablesen.
Der Screen des Neffos Y50 ist sehr blass und lässt sich häufig nur schwer ablesen. (Quelle: netzwelt)

Ausstattung, Leistung und Bedienung

Aber auch bei Tageslicht gestaltet sich die Bedienung des Neffos Y50 nicht immer einfach. Das Display wirkt insgesamt sehr blass und dunkel. In Kombination mit der für diese Preisklasse typischen starken Blickwinkelabhängigkeit des Screens sind Bildschirminhalte schnell nicht mehr ablesbar. Abhilfe schafft in solchen Fällen nur die Bildschirmhelligkeit aufs Maximum zu setzen. Doch das geht natürlich zulasten der Akkulaufzeit. Der Bildschirm des Neffos Y50 bietet übrigens eine Auflösung von 854 x 480 Pixeln. Einzelne Bildschirmpunkte sind durch diese niedrige Auflösung bei genauerer Betrachtung des Screens erkennbar, wir erachten die Darstellung im Test aber immer noch als für den täglichen Gebrauch ausreichend scharf.

Als Prozessor werkelt im Neffos Y50 der Qualcomm-Chip Snapdragon 210. Der Quad-Core-Chip hat schon zwei Jahre auf den Buckel. Dementsprechend dauert es manchmal ein wenig, bis sich eine App öffnet. Aufwendige Spiele wie Asphalt 8 oder FIFA könnt ihr auf dem Neffos Y50 natürlich vergessen, eine Partie Wort Guru ist aber drin, auch Mario Run lief im Test auf dem Smartphone - allerdings nicht immer ruckelfrei. Ihr solltet vor dem Start besser den Arbeitsspeicher (RAM) aufräumen, und nicht mehr benötigte Apps daraus löschen. Das Neffos Y50 bietet nämlich wie für die Preisklasse typisch nur ein 1 Gigabyte RAM.

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Knapp bemessen ist auch der Gerätespeicher. Lediglich acht Gigabyte fasst er. Knapp 4,7 Gigabyte könnt ihr davon frei verwenden, der Rest wird vom System belegt. Wird der Speicherplatz eng, könnt ihr den Gerätespeicher mit einer microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Dabei unterstützt das Neffos Y50 auch die Funktion Adoptable Storage. Ihr könnt also Gerätespeicher und Speicherkarte zu einem Speicher zusammenfassen. So lassen sich nicht nur Bilder und Musik auf die SD-Karte auslagern, sondern auch Apps und Systemdateien. Bedenkt jedoch, dass ihr hierfür eine ausreichend schnelle microSD-Karte benötigt und ihr die Karte nicht aus dem Smartphone entfernen dürft.

Einen App-Drawer gibt es in der Nutzeroberfläche des Neffos Y50 nicht.
Einen App-Drawer gibt es in der Nutzeroberfläche des Neffos Y50 nicht. (Quelle: Screenshot)

Als Betriebssystem kommt auf dem Neffos Y50 Android in der Version 6.0 Marshmallow zum Einsatz. Zu einem Update auf Android 7.0 Nougat oder gar Android 8.0 Oreo gibt es keine Informationen, dies erscheint jedoch aufgrund der schwachen Hardware eher unwahrscheinlich. Das Sicherheitspatchlevel befand sich auf unserem Testgerät auf dem Stand von Februar 2017. Vor aktuellen Sicherheitslücken wie BlueBorne ist das Neffos Y50 also nicht geschützt. TP-Link setzt beim Neffos Y50 nicht auf ein pures Android, der Hersteller hat das System mit einer eigenen Nutzeroberfläche überzogen. Diese setzt auf ein vereinfachtes Bedienkonzept. Einen App-Drawer gibt es nicht, alle Apps liegen wie bei iOS auf dem Startbildschirm. Von dort können sie direkt wieder deinstalliert werden.

Sprachqualität

Die Sprachqualität des Neffos Y50 fällt für die Preisklasse überdurchschnittlich aus. Zwar klingen die Stimmen künstlich, gelangen dafür aber störungsfrei durch die Leitung. Das gilt allerdings nur, wenn ihr in einer ruhigen Umgebung telefoniert. Auf der Straße bei Wind und Autolärm seid ihr mit dem Neffos Y50 schnell nicht mehr zu verstehen.

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Für den Betrieb des Neffos Y50 benötigt ihr eine Micro-SIM-Karte. Wahlweise schluckt das Smartphone auch zwei solcher Karten. Schön! Die zweite SIM-Karte muss sich keine Slot mit der Speicherkarte teilen, sondern besitzt einen eigenen getrennten Einschub. Ihr könnt also sowohl zwei SIM-Karten in das Neffos Y50 einlegen, als auch den Speicher des Handys per microSD-Karte erweitern. Bei vielen anderen Dual-SIM-Smartphones müsst ihr euch zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden. Beide SIM-Karten können übrigens den schnellen Mobilfunkstandard LTE (4G) nutzen. Im Netz ist das Smartphone auch in einer reinen 3G-Variante erhältlich. Preislich ist diese aber nicht günstiger.

Akkulaufzeit

Der Akku des Neffos Y50 bietet eine Kapazität von 2.020 Milliamperstunden. Damit solltet ihr auf jeden Fall durch den Tag kommen. Abends muss das Neffos Y50 nach intensiver Nutzung wieder an die Steckdose, greift ihr nur selten zum Handy, könnt ihr mit einer Akkuladung auch etwas länger auskommen. Ist der Akku leer, kann er zwar vom Nutzer gewechselt werden, eine passende Ersatzbatterie war zum Testzeitpunkt aber in den einschlägigen Online-Shops nicht auffindbar. Ihr müsst die Batterie also wieder aufladen, der Ladevorgang dauert knapp zwei Stunden.

Kamera

Für Foto- und Videoaufnahmen stellt das Neffos Y50 eine 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite und eine 2-Megapixel-Kamera auf der Frontseite bereit. Videos zeichnet ihr maximal in HD auf. In Sachen Bildqualität dürft ihr von einem 100-Euro-Smartphone nicht viel erwarten. Das Neffos Y50 überrascht uns aber im Test. Sowohl Selfies als auch mit der Hauptkamera geschossene Bilder sind durchaus für Facebook oder als Desktop-Wallpaper brauchbar.

TP-Link Neffos Y50: Kamera-Samples

4 Bilder
Zur Galerie

Wer das Maximum aus der Kamera des Neffos Y50 herausholen will, kann den HDR-Modus aktivieren. Hier weisen die Bilder zwar einen leichten Blaustich auf, sehen aber noch einmal deutlich besser aus als die ursprünglichen Aufnahmen. Ist der HDR-Modus aktiviert, benötigt ihr beim Auslösen aber eine sehr ruhige Hand, entsprechende Verarbeitung der Fotos dauert dabei einige Momente. Ihr könnt euch anhand unserer Beispielbilder in der Galerie einen eigenen Eindruck von der Bildqualität der Kameras des Neffos Y50 machen.

Preis und Verfügbarkeit

Das Neffos Y50 ist seit November 2016 im Handel erhältlich. Das Smartphone wird mittlerweile für knapp 70 Euro gehandelt. Aktuelle Angebote findet ihr am Ende des Testberichtes.

TP-Link Neffos Y50: Fazit

Günstiges Smartphone ohne grobe Schnitzer 6.2/10

TP-Link macht beim Neffos Y50 einiges richtig. Für wenig Geld bekommt ihr hier ein kompaktes Smartphone ohne grobe Schnitzer. Wie bei fast allen 100-Euro-Smartphones gilt aber auch für Neffos Y50-Käufer: Ihr müsst Kompromisse machen. Der Bildschirm des Smartphones ist zwar nicht so mies wie beim Konkurrent Motorola Moto C - optimale Ablesbarkeit besteht aber nicht immer.

Das hat uns gefallen

  • Unterstützung für Adoptable Storage
  • kompaktes Format

Das hat uns nicht gefallen

  • schwammiger Druckpunkt beim Einschalter
  • Bildschirm dunkel und blass
Testnote 6,2 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
5,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

8,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt vier Wochen lang von TP-Link zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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8
Leserwertung

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Bestenlisten

TP-Link Neffos Y50 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

TP-Link Neffos Y50 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des TP-Link Neffos Y50 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das TP-Link Neffos Y50 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 210 MSM8909
Display TFT Color (16M) 480x854px (4.5") 218ppi
RAM 1 GB
Gerätespeicher 8 GB
Akku 2.020 Milliamperestunden
Hauptkamera 5 Megapixel
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