Wiko View 2 Pro im Test: Handy mit Tablet-Display im Hosentaschenformat

6-Zoll-Smartphone für 300 Euro

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von Jan Kluczniok
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Wiko View Pro 2 2

Wer unterwegs gerne YouTube-Clips schaut oder die neueste Folge seiner Lieblingsserie streamt, braucht ein Smartphone mit großem Display. Das Wiko View 2 Pro kommt da gerade recht. Mit einer Diagonale von 6 Zoll erreicht der Handy-Bildschirm fast Tablet-Ausmaße. Dennoch passt das Smartphone im Test noch in die Hosentasche.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Performance
  3. Software
  4. Sprachqualität
  5. Akkulaufzeit
  6. Kamera
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. Fazit & Alternativen
  9. Datenblatt

Im vergangenen Herbst überraschte Wiko uns auf der IFA mit dem Wiko View (Prime). Das Smartphone bot für einen Preis von unter 300 Euro ein großformatiges Display im kompakten 18:9-Format, das wir bis zu diesem Zeitpunkt nur von den höherpreisigen Premium-Modellen LG G6 und Galaxy S8 kannten. Sechs Monate später bringt der französische Hersteller mit dem View 2 Pro einen Nachfolger in den Handel. Dieser bietet ebenfalls ein großes Display im kompakten Format, sieht aber dennoch vollkommen anders aus.

Design und Verarbeitung

Denn Wiko orientiert sich beim Design nicht mehr länger an den Top-Smartphones von LG und Samsung, sondern blickt nach Cupertino. So weist das View 2 Pro wie das Apple iPhone X eine Einkerbung im Display auf. In dieser im englischen Notch genannten Kerbe bringt Wiko die Frontkamera unter. Unter anderem durch diesen Trick kann Wiko im View 2 Pro ein noch größeres Display als im Vorgänger verbauen, ohne dass sich die Abmessungen des Gehäuses nennenswert ändern.

Wiko View Pro 2 (2018)

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Bot das Wiko View Prime auf einer Fläche von 152,3 x 72,8 Millimetern noch ein 5,7-Zoll-Display, erhaltet ihr nun einen sechs Zoll großen Screen auf einer Fläche von 153 x 72,6 Millimetern. Damit ist das View 2 Pro bemerkenswerterweise sogar noch deutlich kompakter als etwa das 5,5 Zoll große iPhone 8 Plus.

Auch für die Verarbeitung müssen wir dem französischen Hersteller Tribut zollen. Die Hardware steckt in einem "Glas-Sandwich-Design", wie ihr es von aktuellen Premium-Smartphones kennt. Der Rahmen ist also aus Metall gefertigt, Front- und Rückseite aus Glas. Das lässt das View 2 Pro ziemlich edel wirken, was bei einem Hersteller, den die meisten von euch mit günstigen 100-Euro-Smartphones wie dem Wiko Lenny oder Wiko Sunny assozieren dürften, keine Selbstverständlichkeit ist.

Einen Staub- oder Wasserschutz bietet das View 2 Pro aber nicht. Zudem zeigt das Smartphone typische Probleme von Handys mit Glasrückseite. Wenn ihr nicht aufpasst, rutscht euch das Wiko schnell aus der Hand. Fingerabdrücke sind auf der Rückseite zudem deutlich zu erkennen und verschandeln schnell die schöne Optik.

Für unseren Test stellte uns Wiko die Farbvariante Anthrazit zur Verfügung, erhältlich ist das Smartphone hierzulande aber auch in der Farbe Gold.

Ausstattung und Performance

Angesichts des großen Screens sollte man meinen, dass das View 2 Pro das ideale Gerät für Serienjunkies und YouTube-Fans mit schmalen Budget ist. Doch ihr müsst hier Kompromisse machen. Das Wiko View 2 Pro bietet zwar eine große Bilddiagonale, auf dieser verteilen sich jedoch nur vergleichsweise wenig Pixel. Die Auflösung beträgt 1.528 x 720, woraus sich eine Pixeldichte von rund 282 Pixeln pro Inch (ppi) ergibt. Messerscharf ist die Darstellung also nicht, einzelne Pixel sind zu erkennen. Zudem wirkt das verbaute LCD-Panel etwas blass.

Angetrieben wird das Smartphone vom Octa-Core-Prozessor Qualcomm Snapdragon 450. Der Chipsatz stellt das aktuelle Modell des US-Herstellers für Einsteiger-Smartphones dar und ist auch in den 30 bis 50 Euro günstigeren Modellen ZTE Blade V9 und Motorola Moto G6 zu finden. Im Alltag liefert er eine ordentliche Performance. Der Bildschirmwechsel geschieht flüssig und ohne Verzögerung, die Ladezeiten von Apps bleiben im Rhamen und auch eine Runde PUBG Mobile ist auf dem Smartphone möglich, wenn auch nicht in den höchsten Grafikeinstellungen. Dennoch hätten wir uns zum Preis von 300 Euro einen stärkeren Prozessor mit Reserven für die Zukunft gewünscht, diesen bietet etwa das Honor 9 Lite oder das Moto G6 Plus.

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Als Nutzer stehen euch üppige 64 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Das ist mehr, als die meisten Smartphones in dieser Preisklasse bieten. Wem dies dennoch nicht reicht, der kann den Gerätespeicher per microSD-Karte erweitern. Wiko unterstützt dabei auch die Einbindung der Speicherkarte in den Systemspeicher (Adoptable Storage).

Entsperrt werden kann das Wiko View 2 Pro nicht nur per Passwort, Muster oder PIN, sondern auch mit eurem Fingerabdruck. Der dafür notwendige Sensor befindet sich mittig etwas vertieft in der Rückseite. Er speichert bis zu fünf Fingerabdrücke und arbeitete im Test zuverlässig, aber etwas gemächlich. Wahlweise könnt ihr per Fingerabdruck aber nicht nur das Gerät entsperren, sondern auch direkt eine beliebige App oder einen bestimmten Kontakt aufrufen. Wischgesten unterstützt der Sensor leider nicht.

Wiko bietet euch zudem die Möglichkeit, das Smartphone per Gesicht zu entsperren. Das "Face Unlock" genannte Feature ist laut Wiko jedoch nicht so sicher wie die zuvor genannten Methoden. Denn das Handy nutzt dafür nur die Frontkamera und keine weiteren Sensoren, wie etwa einen Tiefenmesser. Davon abgesehen funktioniert die Gesichtserkennung jedoch sehr gut, anders als die meisten Android-Smartphones erkannte das View 2 Pro unser Gesicht auch im Dunkeln problemlos.

Ein genauerer Blick aufs Datenblatt des Wiko View 2 Pro trübt den Eindruck etwas. Trotz des angesetzten Verkaufspreises von 300 Euro lässt das Smartphone einige Features vermissen, die bei der Konkurrenz zu finden sind. Dazu zählen etwa die Unterstützung für 5-Gigahertz-WLAN-Netzwerke, USB C oder UKW-Radio. Wer darauf nicht verzichten kann oder will, muss zum Moto G6 greifen.

Software

Ab Werk läuft das Wiko View 2 Pro mit Android 8.0 Oreo. Ob das Smartphone ein Update auf Android P erhalten wird, bleibt abzuwarten. In der Regel verzichtet Wiko auf Updates für ältere Modelle und bringt stattdessen einen Nachfolger mit neuerer Android-Version auf den Markt. Immerhin erreichte uns während des Testzeitraums aber ein Patch, der das Sicherheitslevel des Smartphones auf das Niveau von Mai 2018 hob. Vielleicht markiert das View 2 Pro ja den Auftakt für eine deutlich bessere Update-Politik des französischen Herstellers.

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Im Gegensatz zu früheren Wiko-Smartphones läuft das View 2 Pro mit einer nahezu unveränderten Version des Handy-OS von Google. Lediglich einen eigenen Launcher hat Wiko dem OS übergestülpt. Der Grund hierfür dürfte die Displaykerbe sein. Denn diese wird nativ erst vom kommenden Android 9.0 unterstützt.

Sprachqualität

Das Wiko View 2 Pro liefert im Test eine gute Sprachqualität. Die eigene Stimme wird klar und deutlich übertragen. Unser Gesprächspartner war ebenfalls gut zu verstehen, die Stimme klang aber etwas dumpf aus der Ohrmuschel. An der Oberseite des Smartphones findet sich ein zweites Mikrofon, dies dient zur Filterung von Störgeräuschen. Im Test waren vorbeifahrende Autos dennoch von unserem Gesprächspartner zur vernehmen - allerdings abgemildert. Dies lösen andere Geräte besser.

Wahlweise könnt ihr das View 2 Pro auch mit zwei SIM-Karten betreiben, dann könnt ihr jedoch keine Speicherkarten mehr in das Smartphone einlegen. Anders als Samsung bei seinem Mittelklasse-Modell Galaxy A6 (2018) setzt Wiko nämlich nicht auf drei getrennte Slots, sondern auf einen sogenannten Hybrid-Slot. Hierbei besitzt das Smartphone einen SIM-Kartenschacht sowie einen zweiten Slot in den entweder eine microSD-Karte oder eine zusätzliche SIM eingelegt werden kann.

Akkulaufzeit

Strom bezieht das Smartphone aus einer fest verbauten Batterie mit einer Kapazität von 3.000 Milliamperestunden. Das ist angesichts der Bildschirmgröße nicht viel, andere 6-Zoll-Smartphones weisen einen deutlich üppiger dimensionierten Akku auf. Im Test überrascht die Batterie doch mit einer ordentlichen Laufzeit. Im Akku-Test von PCMark erzielt das Smartphone eine Laufzeit von 9 Stunden 44 Minuten. In der Regel solltet ihr also mit einer Akkuladung durch den Tag kommen, je nach Nutzungsintensität habt ihr dann mitunter noch Reserven, sodass ihr auf eine Laufzeit von bis zu anderthalb Tagen kommen könnt.

Danach muss das Wiko View 2 Pro wieder an die Steckdose. Wireless Charging unterstützt das Smartphone trotz Glasrückseite nicht. Geladen wird das Handy noch über einen älteren microUSB-Port. Dementsprechend dauert der Ladevorgang länger als bei Geräten mit dem neueren USB C-Anschluss. Ein vollständiger Ladezyklus dauerte im Test knapp 104 Minuten. Das ist zwar kein Rekord, aber damit schneidet das Wiko-Smartphone deutlich besser ab als zum Beispiel das Galaxy A6 (2018), das hierfür über zwei Stunden benötigt.

Kamera

Auf der Rückseite bietet das Wiko View 2 Pro eine Dual-Kamera. Diese besteht aus zwei 16-Megapixel-Linsen, wobei die zweite Linse eine 120-Grad-Weitwinkeloptik besitzt. Dank dieser sollt ihr große Gruppen oder Hochhäuser einfacher einfangen können. Eine ähnliche Dual-Kamera bot bereits das LG G5. Auch Landschaftsaufnahmen sollen laut Hersteller dank der breiteren Perspektive noch schöner wirken. Das können wir nach dem Test jedoch nicht bestätigen, die Weitwinkeloptik erinnert eher an ein Fischaugenobjektiv, weshalb Landschafsaufnahmen mitunter verzerrt wirken.

Wiko View 2 Pro: Kamera-Samples

7 Bilder
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Die Dual-Kamera verfügt über eine lichtstarke Blende von F/1.75. Damit bewegt sich das 300-Euro-Smartphone fast schon auf dem Niveau aktueller Premium-Smartphones. Algorithmen wie "Multi-Frame" sollen im Zusammenspiel mit dieser für scharfe Bilder auch bei schwachen Lichtverhältnissen sorgen. Im Test gelingt dies nur bedingt. Ein Totalausfall bei Dunkelheit und Dämmerung ist die Hauptkamera des View 2 Pro zwar nicht, an Low-Light-Spezialisten wie das Pixel 2 XL oder das Galaxy S9 reicht das Wiko-Smartphone aber nicht heran.

Ein Totalausfall bei schwachen Lichtverhältnissen ist die 16-Megapixel-Frontkamera. Sie liefert lediglich verrauschte Aufnahmen, da hilft es auch nicht, dass das View 2 Pro auf Wunsch das Display zur Foto-LED umfunktioniert. Bei Tageslicht liefern beide Kameras brauchbare Ergebnisse.

Preis und Verfügbarkeit

Das Wiko View 2 Pro ist seit Mai 2018 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers für das Smartphone lautet 299 Euro. Nachfolgend findet ihr aktuelle Angebote für das Wiko View 2 Pro.

Wiko View 2 Pro: Fazit

Großes Display, wenig dahinter 6.4/10

Wer ein günstiges Smartphone mit großem Display sucht, wird am Wiko View 2 Pro nur schwer vorbeikommen. Es ist beeindruckend, wie kompakt der französische Hersteller in diesem Modell einen 6-Zoll-Bildschirm verbaut. Davon abgesehen bietet das View 2 Pro aber nur Mittelmaß.

Das hat uns gefallen

  • großes Display, kompaktes Format
  • großer erweiterbarer Gerätespeicher

Das hat uns nicht gefallen

  • Display löst nur in HD auf
  • kein Quick Charging
Testnote 6,4 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
7,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

5,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

6,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt von Wiko für zwei Monate zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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7
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Wiko View 2 Pro verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das Wiko View 2 Pro kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das Wiko View 2 Pro seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

Wiko View 2 Pro wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

Wiko View 2 Pro - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des Wiko View 2 Pro im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das Wiko View 2 Pro mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 450
Display LCD IPS Color (16M) 720x1528 px (6.0") 282ppi
RAM 4 GB
Gerätespeicher 64 GB
Akku 3.000 Milliamperestunden
Hauptkamera 16 Megapixel
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