ZTE Blade V9 im Test: Günstiger Low-Light-Spezialist

Gute Fotos bei Dunkelheit dank Dual-Kamera

ZTE Blade V9 im Video

Bei Dunkelheit und Dämmerung sehen die meisten Smartphones bis 300 Euro im wahrsten Wortsinn schwarz, nicht aber das ZTE Blade V9. Im Test überzeugt das günstige China-Smartphone allerdings nicht nur mit seiner lichtstarken Dual-Kamera.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Ausstattung und Performance
  3. Software
  4. Sprachqualität und Akkulaufzeit
  5. Kamera
  6. Preis und Verfügbarkeit
  7. Fazit & Alternativen
  8. Datenblatt

Die Entwicklung von ZTE und Huawei könnten nicht unterschiedlicher Verlaufen. Vor knapp fünf Jahren begannen beide chinesischen Hersteller damit, ihre Smartphones hierzulande nicht mehr als "White Label"-Produkt, sondern unter dem eigenen Namen zu verkaufen. Doch während Huawei in den vergangenen Jahren sich zum ernsthaften Konkurrenten für Apple und Samsung gemausert hat, fristen die ZTE-Geräte in Deutschland derzeit immer noch ein Nischendasein.

Das könnte sich 2018 ändern. Mit dem Blade V9 hat der chinesische Hersteller nämlich ein attraktives Smartphone für einen Preis von rund 270 Euro im Angebot. Was das ZTE Blade V9 so attraktiv macht, lest ihr nachfolgend und seht es auch kurz und knapp in unserem Video-Review.

ZTE Blade V9 im Video-Review

Eins ist bereits beim Erstkontakt mit dem ZTE Blade V9 gewiss. Optisch ist das neue China-Handy ein echter Leckerbissen. Die Hardware hat ZTE in einem edlen Gehäuse aus Glas und Metall verpackt. Das Smartphone sieht somit deutlich teurer aus als es ist. Dazu trägt nicht nur die edle Materialwahl bei, das Design des Blade V9 orientiert sich auch in anderen Punkten an aktuellen Premium-Smartphones wie dem Galaxy S9.

Design und Verarbeitung

So ist der Screen weitestgehend randlos und weist ein Seitenverhältnis von 18:9 auf. Dadurch kann ZTE einen vergleichsweise großen Bildschirm kompakt verbauen. Die Bilddiagonale beträgt nämlich 5,7 Zoll. Mit den Abmessungen 151,4 x 70,6 x 7,6 Millimeter fühlt sich das Handy in der Hand aber nicht anders an als etwa das 5,2 Zoll große Moto G5S. Im Test verschwand der 5,7-Zöller in der Hosentasche, ohne aufzutragen. Selbst beim Sitzen am Schreibtisch machte sich das Blade V9 hier nicht unangenehm bemerkbar.

ZTE Blade V9 in Bildern

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Das Glas auf der Rückseite besteht übrigens aus insgesamt acht Schichten. Eine UV-Schicht sorgt dabei für Lichtreflexionen, sodass das Blade V9 je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel immer in einem anderen Farbton erscheint. Das kennt ihr etwa vom HTC U Ultra. Erhältlich ist das ZTE Blade V9 in Deutschland in drei Farben. Neben unserem goldenen Testgerät könnt ihr das Smartphone noch in Blau und Schwarz erwerben.

Das schicke Design hat aber auch ein paar Mankos. Das Glas auf der Rückseite macht das Blade V9 sehr rutschig. Trotz herausstehender Kamera flutschte das Smartphone bei uns im Test auf dem Tisch hin und her, wenn wir es bedienten. Fingerabdrücke sind auf der Glasrückseite ebenfalls schnell sichtbar.

Ausstattung und Performance

Als Prozessor kommt im ZTE-Smartphone der Qualcomm-Chip Snapdragon 450 zum Einsatz. Der Chip verfügt über acht Rechenkerne und taktet mit maximal 1,8 Gigahertz. Er kann im Blade V9 auf drei Gigabyte Arbeitsspeicher zurückgreifen. In den einschlägigen Benchmarks liefert das 269-Euro-Handy eine durchschnittliche Leistung. Bei AnTuTu stehen am Ende des Leistungstests 71.719 Punkte auf der Habenseite. Bei GeekBench sind es im Singe-Core-Test 775 und im Mult-Core-Test 3.924 Punkte. Zum Vergleich: Das Galaxy S9 erzielt bei AnTuTu 247.380 Punkte und im Single-Core-Test von GeekBench allein 3.748 Punkte.

Das Blade V9 ist also weit von der Leistung eines Galaxy S9 entfernt. Dennoch reicht die Rechenpower für mehr als WhatsApp, Facebook und Telefonieren. Im Test lief auch der Battle-Royale-Shooter PUBG Mobile mit mittleren Grafikeinstellungen flüssig auf dem Blade V9.

Mit 32 Gigabyte verfügt das Smartphone theoretisch auch über genügend Speicherplatz, um mehrere größere Mobile Games und Apps sowie Musik und Fotos vorzuhalten. Leider ist ab Werk aber knapp ein Viertel des Speichers bereits belegt. Dafür ist nicht nur das Betriebssystem verantwortlich. ZTE installiert auf dem Blade V9 auch einen Haufen Bloatware - also vorinstallierte Drittanbieter-Apps, die ihr mitunter nicht benötigt.

So finden sich ab Werk unter anderem der Cliqz-Browser, die Radio-App myTuner Free sowie Apps von n-tv, eBay Kleinanzeigen und diverse Spiele auf dem Gerät. Insbesondere die Installation von Cliqz finden wir überflüssig. Mit Google Chrome und dem hauseigenen ZTE-Browser finden sich bereits zwei ähnliche Apps auf dem Gerät. Glücklicherweise lässt sich die Bloatware problemlos deinstallieren. Wer will, kann den Gerätespeicher auch per microSD-Karte um bis zu 256 Gigabyte erweitern. Auf dieser könnt ihr jedoch nur Medien speichern, das Verschieben von Apps auf die Speicherkarte erlaubt das Blade V9 nicht.

Die weitere Ausstattung des Smartphones lässt dagegen wenig vermissen: NFC ist an Bord, ebenso wie ein Fingerabdrucksensor. Dieser dient nicht nur dem Entsperren des Smartphones, sondern kann auch als Auslöser für die Kamera fungieren. Wahlweise verknüpft ihr mit eurem Fingerabdruck auch einen automatischen Start euer Lieblingsapps. Wahlweise lässt sich das Blade V9 auch mit eurem Gesicht entsperren.

Wie bei anderen Android-Smartphones auch ist diese Methode aber nicht gerade sicher. So setzt ZTE ausschließlich auf eine Erkennung des Gesichts durch die Frontkamera. Weitere Sensoren werden hierfür nicht herangezogen. Diese Art der Gesichtserkennung lässt sich mitunter bereits mit einem einfachen Foto austricksen. Zudem arbeitete sie im Test nicht immer zuverlässig. Häufig wurde unser Gesicht erst im zweiten Anlauf erkannt. Die Gesichtserkennung dauert auch deutlich länger als das Entsperren per Fingerabdruck.

Software

Wie eingangs erwähnt läuft das Blade V9 mit der neuesten Android-Version 8.1. Das ist vorbildlich. Schließlich laufen weltweit erst 0,3 Prozent der über eine Milliarde Android-Geräte mit dieser Version. Nicht ganz aktuell ist dagegen das Sicherheitspatch-Level. Unser Testgerät war hier auf dem Stand von Februar 2018. Ein Firmware-Update war zum Testzeitpunkt nicht verfügbar. Monatliche Sicherheitspatches liefert ZTE für das Budget-Smartphone nicht aus.

Löblich erwähnen wollen wir aber, dass sich der chinesische Hersteller auf Wunsch vieler Nutzer von der hauseigenen MiFavor-Nutzeroberfläche verabschiedet. Stattdessen ist ein nahezu pures Android vorinstalliert. Lediglich einige Apps und grafische Feinheiten hat ZTE angepasst. Dank Unterstützung für Project Treble dürft ihr zudem auf schnelle Updates hoffen.

Sprachqualität und Akkulaufzeit

Die Sprachqualität des ZTE Blade V9 ist für die Preisklasse gut. Autolärm wurde im Test über ein zweites Mikrofon an der Oberseite zuverlässig gefiltert. Lediglich Wind war noch zu vernehmen. Allerdings wirkte die Stimme unser Gesprächspartner im Test gedämpft. Das ist vermutlich der Preis für die gute Rauschunterdrückung. Wahlweise lässt sich das Blade V9 auch mit zwei SIM-Karten betreiben. Dann müsst ihr aber auf die Möglichkeit verzichten, den Speicher zu erweitern.

Der Akku bietet eine Kapazität von 3.200 Milliamperestunden. Eine Akkuladung reicht, um durch den Tag zu kommen. Abends müsst ihr in der Regel das Blade V9 wieder aufladen. Dies erfolgt über den microUSB-Port an der Unterseite. Ein Ladezyklus dauerte im Test knapp zwei Stunden.

Kamera

Das ZTE Blade V9 soll dank Dual-Kamera gute Bilder bei schwachen Lichtverhältnissen machen.
Das ZTE Blade V9 soll dank Dual-Kamera gute Bilder bei schwachen Lichtverhältnissen machen. (Quelle: netzwelt)

Für Foto- und Videoaufnahmen bietet das Blade V9 auf der Rückseite eine 16-Megapixel-Kamera mit einer lichtstarken Blende von F/1.8. Zum Vergleich: Andere Smartphones in dieser Preisklasse bieten in der Regel nur eine Blendenöffnung von F/2.0. Das bedeutet, dass die Kamera des ZTE Blade V9 25 Prozent mehr Licht einfängt als ein durchschnittliches 300-Euro-Smartphone.

Die große Blende ist zudem nicht die einzige Optimierung für schwache Lichtverhältnisse. Zusätzlich weist der Kamerasensor des ZTE Blade V9 noch größere Pixel auf, die ebenfalls mehr Licht einfangen können und der 16-Megapixel-Kamera steht noch eine zweite Kamera mit einer Auflösung von fünf Megapixeln zur Seite. Diese Assistenzkamera analysiert die Lichtsituation und soll so im Automatikmodus Parameter wie die Verschlusszeit der Kamera optimal einstellen.

ZTE Blade V9: Kamera-Samples

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Bereits auf dem MWC am ZTE-Stand konnten wir uns einen ersten Eindruck von den Fähigkeiten der Kamera machen. Der Hersteller hatte in einem geschlossenen Karton ein Fußballstadion nachgebaut. Durch einen Schlitz konnte man die Szene mit dem Blade V9 fotografieren. Ihr seht das Ergebnis auf dem Titelbild des Testberichts. Auf dem Display des Smartphones ist die Aufnahme ziemlich beeindruckend. Beim Sichttest am PC werden dann aber schnell Bildfehler wie Rauschen deutlich. Diese dürften auch der Tatsache geschuldet sein, dass das Blade V9 keinen optischen Bildstabilisator besitzt.

Womöglich erzielt ihr mit einem Gimbal oder einem Stativ daher noch deutlich bessere Nachtaufnahmen. Für die Preisklasse ist die Low-Light-Qualität des Blade V9 aber herausragend. Neben besseren Low-Light-Fotos ermöglicht die zweite Kamera auf der Rückseite übrigens noch Fotos mit Bokeh-Effekt.

Preis und Verfügbarkeit

Das Blade V9 ist seit April 2018 in Deutschland erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung für das neue ZTE-Smartphone lautet 269 Euro. Am Ende des Artikels findet ihr aktuelle Angebote für das Handy.

ZTE Blade V9: Fazit

Premium-Smartphone für unter 300 Euro 8/10

Ein schickes Design, das aktuelle Android 8.1 und eine gute Kamera, die selbst bei schwachen Lichtverhältnissen nicht so schnell an ihre Grenzen stößt - das ZTE Blade V9 hat für unter 300 Euro viel zu bieten, ohne dass ihr dafür größere Abstriche bei der weiteren Ausstattung hinnehmen müsst. Wer viel Smartphone für wenig Geld will, sollte das Blade V9 auf dem Zettel haben.

Das hat uns gefallen

  • neustes Android
  • gute Kamera
  • schickes Design

Das hat uns nicht gefallen

  • Bloatware
  • Apps nicht auf SD-Karte verschiebbar
Testnote 8,0 von 10
Jan Kluczniok
Bewertet von Jan Kluczniok
9,0 / 10
Design und Verarbeitung

Design und Verarbeitung Designsprache, Farbauswahl, gewählte Materialien, Haptik und der so genannte Look & Feel des Geräts werden unter diesem Punkt bewertet.

9,0 / 10
Ausstattung und Bedienung

Ausstattung und Bedienung Display, Prozessor, Gerätespeicher, Betriebssystem und Nutzeroberfläche werden unter diesem Punkt bewertet.

7,0 / 10
Sprachqualität

Sprachqualität Wie klingen die Gesprächspartner? Gibt es Aussetzer in der Verbindung? Dies wird unter diesem Punkt bewertet.

6,0 / 10
Akkulaufzeit

Akkulaufzeit Lauf- und Ladezeiten des Akkus sowie die Bauweise (fest oder wechselbar) werden unter diesem Punkt bewertet

9,0 / 10
Multimedia

Multimedia Kamera, Lautsprecher sowie weitere Multimedia-Funktionen (zum Beispiel Infrarotsender) werden unter diesem Punkt bewertet.

Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde netzwelt leihweise für drei Wochen von ZTE zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

Aktuelle Preise

Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und ggf. zuzüglich Versandkosten. Details zu den Angeboten finden Sie auf der jeweiligen Webseite/Shop.

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9
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ZTE Blade V9 verglichen

Ihr seid euch unsicher, ob ihr das ZTE Blade V9 kaufen oder lieber zu einem Konkurrenzprodukt greifen solltet? Die folgenden Vergleichstests helfen euch bei der Kaufentscheidung. Wir stellen hier das ZTE Blade V9 seinen schärfsten Konkurrenten gegenüber.

Bestenlisten

ZTE Blade V9 wurde in folgende Smartphone-Bestenlisten einsortiert.

ZTE Blade V9 - Specs: Die technischen Daten im Überblick

Die nachfolgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten technischen Daten des ZTE Blade V9 im Überblick. Eine detaillierte Auflistung findet ihr im technischen Datenblatt, um das ZTE Blade V9 mit anderen Smartphones zu vergleichen besucht unseren Handy-Vergleich.

Prozessor Qualcomm SDM450 Snapdragon 450
Display LCD IPS Color (16M) 1080x2160px (5.7") 424ppi
RAM 3 GB
Gerätespeicher 32 GB
Akku 3.100 Milliamperestunden
Hauptkamera 16 Megapixel
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